hallo lieber leser,
es sollte eine ganz normale filmvorfuehrung werden. meine letzte zwar, aber nichts allzu spezielles.
alles laeuft ganz normal letzten montag. ich fahre mit der camioneta, den chichigalpa lautsprechern und jacqueline nach managua um in waspan sur, der partnergruppe des vorarlberger nicaragua komitees filmprojekt zu machen. bei meiner ankunft vor ort schon relativ viel vorbereitet, es wird gekocht und es werden sessel aufgestellt.
in nicaragua muss man mindestens eine stunde vor beginn einer veranstaltung laerm machen, also extrem laute musik spielen, damit dann zur angepeilten stunde auch jemand anwesend ist. so machen auch wir das und als die leinwand um viertel nach fuenf steht sind auch schon einige leute anwesend.
um viertel vor sechs rufe ich die gruppe zu einer kleinen sitzung zum thema weiterfuehrung des projekts zusammen und alles laeuft hervorragend.
ploetzlich knallts. wir rennen nach draussen. "der computer, der computer...." schreien die leute...
was war los. jacqueline, passt waehrend unserer sitzung auf das ganze equipment (laptop, mischpult, beamer, lautsprecher etc.) auf. als wir uns entfernen, stehen 2 maenner, die schon seit einer stunde herumsitzen auf und naehren sich der jacqueline.
"wir nehmen jetzt diesen computer mit" sagt der eine ganz laessig
"mit sicherheit nicht" die jacqueline und haelt vorsorglich den laptop fest.
ploetzlich knallts.... der zweite typ, hat eine pistole gezogen, eine schuss in die luft abgefeuert und haelt seine geladene, ungesicherte pistole an jacquelines kopf. die leute die vorher noch auf der strasse waren, sind nicht ganz unverstaendlicher weise verschwunden und somit sind's nur noch die drei. was dann passiert ist eigentlich glueck. sie laesst den computer los, die beiden typen stecken ihn ab und rennen davon.... das maedl ist ziemlich traumatisiert, aber unverletzt.
an genau selbem platz, auf dieser strasse im barrio waspan sur in managua, ist schon vor einigen jahren waehrend einer sitzung vom chef jemand erschossen worden.
ein computer weg - alle leben noch.
nicht die allerbeste bilanz, aber ein riesen glueck!
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
1 Kommentar:
Lieber Lukas,
das war aber wirklich dramatisch, Gott sei Dank ist der Jacqueline nichts passiert und ihr habt einen relativ kühlen Kopf bewahrt.
Bedanken möchte ich mich namens des Vorarlberger Nicaragua Komitees für Deine Arbeit und Engagement. Besonders bemerkenswert ist für mich Dein mit viel Humor und auch Liebe zu den Menschen und Projekte in Nicaragua Anteilnahme, auch in seiner, humorvollen, Distanz.
Das von Martin und Dir entwickelte Filmprojekt ist eine ausserordentliche Initiative, welcher in seiner Bedeutung nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Die "coolnes" nach dem Überfall die Vorführungen trotzdem durchzuführen, diesmal innerhalb des Geländes des PM Waspan - mein Respekt.
Alles in Allem MERCI, Dankeschön, y miles y miles de gracias!
Paul
Kommentar veröffentlichen