Samstag, 10. November 2007

Costa Atlantica

hallo lieber leser,

die letzte woche war wild. wild in jeglicher hinsicht, denn wir waren fuenf tage im hurricanegebiet an der costa atlantica nahe puerto cabezas im einsatz.

allein schon die hinfahrt hat's in sich. knapp 17 stunden fuer 540 km. das laesst in etwa auf die qualitaet der strasse schliessen und in genau so fuehlt's sich auch an. weils grad so viel spass macht auch noch mit total ueberladener camioneta und 5 personen an bord.

das ziel war sahsa, ein kleiner ort an der hauptstrasse (haha, flussdurchquerungen inklusive) nach puerto cabezas. das gebiet ist eines der vom hurricane felix am staerksten betroffenen und so in etwa stellt sich jetzt die situation dar. praktisch alle haeuser haben ihre dacher verloren, sind entweder offen oder noch immer notduerftig mit plastik abgedeckt. nur wenige koennen sich neue leisten. das, zusammen mit dem ausfall der ernten und dem fehlen von trinkbarem wasser fuehrt zu katastrophalen gesundheitlichen verhaeltnissen und weil das gebiet fuer die industrielaender kaum von interesse ist, war auch die internationale katastrophenhilfe nur von kurzer dauer.

in sahsa hat die zweiwoechig wechselnde aerztebrigade der uni leon ihr hauptquartier, wo sie patienten behandelt und ihre touren in entlegene gemeinden plant, um auch der dortige bevoelkerung eine basis-gesundheitsversorgung zu bieten.

diese gemeinden sind zum teil drei stunden mit motorboot (niemand hat ein motorboot) oder pferd von der hauptstrasse entfernt und verfuegen ueber keine kommunikationsmoeglichkeit mit der aussenwelt.... eine tagesreise mal ausgenommen. die katastrophenhilfe faellt hier dementsprechend duerftig bis gar nicht aus.

wir installierten deshalb in 8 gemeinden jeweils ein gemeinschafts-funkgeraet, dass es allen bewohnern der umliegenden orte ermoeglicht, sich viel einfacher zu kommunizieren. die freude war entsprechend gross und martin und ich sind jetzt kleine helden ;-).

nun kann sich nicht nur der pfarrer von graytown mit dem pfarrer von dos bocas bekannt machen, der chef der frewilligen polizei in kukalaya mit dem in sahsa absprechen, das maedel, das fuer das funkgeraet in graytown zustaendig ist, in ganz puerto cabezas verlautbaren, dass die zwei austriacos doch wieder zurueck kommen moegen, weil sie sooo huebsch sind, sondern jetzt kann auch die noch so abgeschiedene gemeinde bei einem medizinischen notfall hilfe anfordern. einige leben haben diese funkgeraete jetzt schon gerettet!

eine unglaublich anstrengende, interessante und spannende woche!

dazu noch eine kleine bildgalerie (klick und dann diaschau). viel spass

lukas

costa atlantica

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo Lukas,
für mich ist dieser Eintrag der eindrücklichste seit du dich als Nicaraguaberichterstatter verdienst. Alles Liebe, pass auf dich auf!
Mama