Zweiter Viermonatsbericht – Zivilersatzdienst
Juni bis September 2007
HORIZONT3000 – Österreichische Organisation für Entwicklungszusammenarbeit
Einsatzland: Nicaragua
Auslandsdiener
Lukas Meusburger
Cooperante 0098-07, Zahl 02-07
Zeitraum: 29.01.07 – 28.01.08
zzz@yyy
Projektverantwortlich
HORIZONT3000 – Field Office Central America
Maga. Doris Kroll
Apto. 128, Managua, Nicaragua
Tel.:
Fax:
E-Mail: oficina.nic@xxxxx.org
Projektpartner:
CHICA
(Coordinación de Hermanamientos e Iniciativas de Cooperación Austríaca)
EH-Projektnummer: 1273-00 / 06
Dr. Elmer Zelaya Blandón
Apto.81, Leon
Nicaragua
Tel/Fax.:
E-Mail: chica@xxxx.ni
Einleitung
Nach wie vor ist mein Einsatzort das Koordinationsbuero fuer oesterreichische Staedtepartnerschaften und Solidaritaetsgruppen in Leon, nachfolgend Oficina CHICA (Coordinación de Hermanamientos e Iniciativas de Cooperación Austríaca) genannt. Das Buero ist Schnittstelle fuer ca 22 verschiedene Projekte in ganz Nicaragua und ihre oesterreichischen Counterparts.
Als Vorlektuere zu diesem Bericht empfiehlt sich mein erster Viermonatsbericht
Das Taetigkeitsfeld bleibt ein recht weitgestreutes und auch wenn sich die Taetigkeiten im Detail etwas verschoben haben, so ist das Gesamtbild der Arbeitssituation fast unveraendert.
Nachfolgender Bericht soll einen genaueren Einblick in meine Arbeit und wichtigsten Projekte der letzten vier Monate ermoeglichen.
Taetigkeiten
Computerinfrastruktur – Oficina CHICA
Immer noch obliegt es mir, das Netzwerk zu verwalten und bei alltäglichen Computerproblemen zu helfen. Dies hat sich seit Beginn meines Dienstes kaum geaendert.
Noch nicht gemacht, aber angedacht ist eine relativ gravierende Umstrukturierung des Systems. Es ist meines Erachtens derzeit zu kompliziert und deswegen auch fuer niemanden durchschaubar – ganz zu schweigen von verwaltbar!
Dies geht einher mit der geplanten Einführung eines Daten-Ablage-Systems, fuer welches ich derzeit mit Zivi-Kollege Martin Guggenberger verschiedene Systeme anderer Organisationen besichtige und analysiere.
Kommunikation Oesterreich – Nicaragua
Siehe dazu: ber0098-07; Zahl_01-07
Computerschulungen
Die geplanten Computerschulungen verzoegerten sich insofern, als dass die Computer im CHICA-Cyber wegen eines Projekteinsaztes voruebergehend nicht zur verfuegung stehen.
Derzeit ueberarbeite ich gemeinsam mit Martin Guggenberger die Schulungsunterlagen und das Lehrkonzept, um dann in baelde wieder Kurse fuer StipendiantInnen und Projektgruppen anbieten zu koennen.
Parallel dazu konzipieren wir eine Multiplikatorenschulung – beduetet einen einwoechigen Workshop mit jeweils einer / zwei Person(en) pro Projektgruppe der / denen es danach obliegt, die Computerinfrastruktur zu betreuen und den „Kunden“ helfend zur Seite zu stehen. Inhalt dieses Kurses neben den Basis-Dingen: Comuter neu aufsetzten, Netzwerkverwaltung, Viren-Bekaempfung, Sicherheitsrisiken etc.
Website
Bereits zum Zeitpunkt der letzten Berichtslegung war die Website beinahe fertig gestellt. Es fehlte hauptsaechlich an Kleinigkeiten, sowie an den technischen Voraussetzungen um damit online zu gehen.
Speziell die Behebung dieser kleinen Fehler gestaltete sich deutlich schwieriger als erwartet. Die von mir mit Unterstuetzung meines Zivi-Kollegens Martin Guggenberger konzipierten Sites sollten von einem Techniker der UNAN-León umgesetzt werden. Wie erwaehnt, klappte das zu Beginn recht gut, doch zum Schluss liess dessen Arbeitsmotivation deutlich zu wuenschen uebrig. Es war ploetzlich zeitaufwendiger ihn dazu zu ueberreden, die Änderungen doch bitte endlich (komplett!) durzufuehren, als selbst Hand an zu legen. Verzoegerungen waren dadurch unvermeidlich.
Aus diesem Grunde, entschied ich mich dazu die Website selbst fertig zu stellen. www.chica.org.ni ging am 31. August 2007 online. Neben der Website wurde ein maechtiges Analyse-Tool eingerichtet, das es uns ermoeglicht, vielfaeltige Statistische Daten ueber die Websitenbenutzung zu sammeln.
Wie geplant wurden saemtliche Solidaritaetsgruppen aufgefordert, uns Informationen zukommen zu lassen, damit auch ihr Schaffen auf der Website praesentiert werden kann.
Sobald sich etwas Arbeit angesammelt hat, wird auch der UNAN-Techniker wieder eingespannt, der seine Aufgaben in Zukunft (zur besseren Kontrolle) bei uns im Buero erledigen wird.
Entwicklung Logo-Neu
Die Logo-Entwicklung wurde fertig gestellt.
Es wurden 4 Versionen entwickelt. Farbig und Schwarzweiss, jeweils mit und ohne Untertitel (Coordinacion de Hermanamientos e Iniciativas de Cooperacion Austriaca).
Am CHICA-Server stehen alle diese Versionen in verschiedensten Dateiformaten zur Verfuegung.
Weiters wurde mit der Entwicklung von Stempel und Briefpapier im neuen Design begonnen um CHICA ein einheitliches Corporate-Design zu verleihen.
Projektbetreuung Vorarlberg-Waspan Sur
Siehe dazu: ber0098-07; Zahl_01-07
Hervorzuheben aus dieser Periode: Die Reiseberatung und –Vorbereitung der Stipendiantin Lucia Jarquin, welche die Moeglichkeit hatte, fuer ca. 3 Woechen nach Oesterreich zu reisen.
Fotografische Dokumentation
Siehe dazu: ber0098-07; Zahl_01-07
Filmtour
In Nicaragua gibt es zwar vereinzelt Initiativen anspruchsvollen Film zu produzieren, jedoch keine Verbreitungsstruktur. Bereits vor meinem Oesterreichaufenthalt entstand deshalb die Idee einige so genannte Filmtouren zu veranstalten, durch welche die Gemeinden der Projektgruppen in den Genuss hochwertigen Films kommen sollten. Aus diesem Grunde importierten wir einen gebrauchten, professionellen Beamer aus Oesterreich. Leider wurde das Geraet am Flug beschaedigt und wartet nun auf die baldige Rueckreise nach Oesterreich zur Reperatur.
Trotzdem starteten wir eine erste Filmtour – mit einem Office Beamer. Mein Zivildienstkollege Martin Guggenberger und ich kuemmerten uns um die – nicht ganz einfache – Materialbeschaffung und organisierten in Zusammenarbeit mit den Vor-Ort Gruppen zwei Filmabende. Gezeigt wurden eine Dokumentation aus nicaraguanischer Produktion sowie ein spanischer Spielfilm.
Weitere Filmtouren sind in Planung
Filmprojekt
Fuer die Zukunft ist ein nachhaltiges Setup des Projekts geplant. In Zusammenarbeit mit der ASDECOSI arbeiten wir erstens am Aufbau einer kleinen Filmothek und zweitens an einem Verleihsystem um auch in Zukunft Kino in den Projektgemeinden anbieten zu koennen. Wir hoffen dabei auf Unterstuetzung der ADA um dem Projekt durch Anschaffung von Equipment eine solide Basis zu geben und die vollstaendige Autonomie zu garantieren.
Netwerke einrichten
Obwohl wir bereits unverhaeltnismaessig viel Zeit in die Vorbereitung investiert haben gibt es Seitens der Alcaldia Chichigalpa keinerlei Initiative, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Dies ist insofern schade, als dass nicht nur die Bezierksverwaltung selbst derzeit mehr fuer ihr schlechtes Service bezahlt, als dies bei der neuen Verbindung der Fall gewesen waere, sondern auch die ASDECOSI auf ihrer 56k Verbindung sitzen bleibt.
Mit wesentlich weniger (an sich keiner) Vorbereitung hingegen, installierten wir Internetverbindungen in Chacara Seca und San Francisco del Norte. Die Verbindung dient wie meistens dazu, der Projektgruppe ordentliches Internet zu bescheren, wie auch der Oeffentlichkeit den Zugang zu Informationen zu ermoeglichen.
Weitere Einsaetze dieser Art werden noch folgen.
Begleitung zweier oesterreichischer Journalisten
Im Rahmen einer PR-Kampagne der OEZA, wurden zwei oesterreichische Journalisten empfangen und durch einige Projekte gefuehrt. Die dabei fuer uns Zivildiener vorgesehene Taetigkeit des Uebersetztens war schlussendlich unnoetig, da die Journalisten selbst ueber Spanischkenntnisse verfuegten.
Schluss
Der Arbeitsalltag zeigt sich von seiner gewohnten Seite. Normalerweise Buero und bei Notwendigkeit Ausseneinsaetze. Nach wie vor ist die Arbeit grossteils sehr interessant und etwas dazuzulernen gibt es auch fast jeden Tag.
Nichtsdestotrotz ist die Anfangseuphorie zum Teil verflogen und es zeigen sich einige Punkte, die durchaus verbesserugswuerdig waeren.
Es gibt an sich fuer den Zivildiener keine klare Aufgabe. Abgesehen von der Website, sind die uns zugeteilten Arbeiten hauptsaechlich anlassbezogen und sehr kurzfristig angesetzt. Meine / unsere laengerfristigen Projekte sind grossteils aus Eigeninitiative entstanden. Diese wird zwar prinzipiell gefoerdert doch stehen diese Projekte dann in der Ausfuehrung auf der (kollektiven) Prioritaetenliste weit unten und dies, gepaart mit nicaraguanischer Unzuverlaessigkeit, wirkt unter Umstaenden recht demotivierend. Anders gesagt macht die Situation es zwar notwendig, komplett selbststaendig Projekte durchzufuehren, der Zivildiener an sich ist dazu aber nicht in der richtigen Position.
Ich bin mir nicht mehr sicher, ob eine klare Aufgabenstellung nicht die bessere Alternative waere, selbst wenn der Preis dafuer einige Erfahrungen durch das grosse Einsatzkonglomerat sein sollte.
Die Eigenheiten der Nicaraguaner bzw. ihre Arbeitsweisen sind mir zwar mittlerweile hinreichend bekannt, doch trotzdem wirken sie im Alltag nun laehmender als zu Beginn. Meines Erachtens nach ein interessanter Prozess, auf den wir bereits vor Dienstantritt hingewiesen wurden. Hier hilft es oft, einfach einen Schritt zurueck zu machen und sich der Situation bewusst zu werden – trotzdem nicht immer ganz einfach.
Mein Befinden ist dennoch nach wie vor ein gutes und ebenfalls nach wie vor bin ich fest davon ueberzeugt, nicht nur viel von Nicaragua mitzunehmen, sondern auch das eine oder andere zu geben. Der Schlusssatz des letzten Berichtes gilt demnach immer noch: „Ich bin dankbar fuer die mir eroeffneten Moeglichkeit und hoffe, dass noch vielen jungen Oesterreichern Gelegenheit gegeben wird, in ihrem Auslandszivildienst aehnliche Erfahrungen zu machen.“
1 Kommentar:
Hallo Lukas,
herzlichen Dank für die Unterstützung der Reise von Lucia Jarquin, Waspan-Managua, nach Europa. Die ausgezeichnete Power-Point-Präsentation, sowie die umfangreiche organisatorische Hilfe bei der Vorbereitung dieser Reise waren eine grosse Hilfe. Die diversen ausgezeichneten Präsentationen von Lucia waren sicherlich nur möglich durch die engagierte Hilfestellung welche von Dir und das Büro CHICA gewährt wurden.
Nochmals herzlichen Dank - die Landjäger samt Lustenauer Senf sind bereits in Managua!
Paul Kat, VNK
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