Mittwoch, 24. Oktober 2007

bitte, bitte verkaufen sie mir ein schild

hallo lieber leser,

in nicaragua funktionieren firmen etwas anders als in oesterreich. groester unterschied: sie wollen nichts verkaufen. ja genau, sie wollen einfach nicht. ein beispiel.
nachdem wir im letzten halben jahr ein neues logo fuer chica entworfen haben, soll dieses nun an der bueroaussenwand angebracht werden. aus hauptsaechlich sozialen gruenden beauftragen wir einen maler, der uns (wie in nicaragua ueblich) das schild von hand malt. ueblich oder nicht, das ergebnis ist furchtbar und statt aussenwand, wars dann nur innenhof.
lukas gibt nicht auf und will das logo drucken lassen. und damit geht's los. "so und so will ich das, schicken sie mir doch bitte ein angebot" jaja klar, don lukas.... naechster tag. "ja, es ist nichts gekommen". "ach, tschuldigung, jetzt schick ichs ihnen". naechster tag, naechster tag, naechster tag. der worwechsel aendert sich leicht "biiiiittte, jetzt schickt mir doch ein angebot, ich will ja auch was kaufen, biiiiite". und das nicht nur bei einer firma.

doch es nuetzt nichts. seit 2 wochen steht also auf meiner todo liste 'schild fuer aussenwand bestellen' und ich schaffs einfach nicht. von schwesterlicher seite wurde mir ausserdem die vermutung mitgeteilt, dass wahrscheinlich darum an manchen kreuzungen das stoppschild fehlt und auch darum manche muertos (lustige bodenwellen zur geschwindigkeitsreduktion) unbeschildert sind - geht halt nicht nur mir so ;-)


ausserdem: dieses naechtliche foto zeigt unsere ehemalige mitbewohnerin in totem zustand.



allerliebste gruesse

lukas

Montag, 15. Oktober 2007

regen und vorbands

hallo lieber leser,

es regnet, momentan gerade nicht, aber bis vor kurzem extrem. und das fast eine woche lang. das ganze geht dann einher mit wunderbar tiefen temperaturen und man schlaeft so gut, wie schon seit langem nicht mehr.
doch das lustige am nicaraguanischen oktober (der entweder einem grausligen oesterreich-herbst oder einem lustigen april gleicht) ist ja folgendes. obwohl es ihn jedes jahr gibt (liegt am kalender ;-)) und er jedes jahr ungefaehr gleich ist, bricht jedes jahr chaos aus. die strassen stehen 60cm unter wasser, manche werden weggeschwemmt und die die bleiben haben ploetzlich riesige loecher. haueser werden innen nass und in unserem zb kommt das wasser nicht mehr nur durchs dach herein, sondern auch durch die waende. wunderbar. hoffen kann man nur, dass die strassen wieder repariert werden, denn mitlerweile ist die fortbewegung mit dem moped nicht mehr ganz ungefaehrlich.



noch etwas was mir aufgefallen ist. der nicaraguaner gibt sich manchmal mit weniger zufrieden. letzte woche auf einem tollen black-eyed-peas konzert (jaja, wo man nicht ueberall hingeht, wenn das angebot gering ist) stellten wir uns brav mit hunderten von teenies an um auch die vorband anschaueen zu koennen. doch denkste, es gab keine sondern wie schon einmal einen nervtoetenden typen, der ca eine stunde lang "noch wenige minuten, gleich gehts los. das konzert des jahres blablabal" herumbruellte ;-). warum der (relativ coole) dj, der waehrenddessen auflegte nicht die volle aufmerksamkeit bekommen durfte, bleibt dabei unklar.

glg aus leon


lukas

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Zweiter Viermonatsbericht – Zivilersatzdienst

Juni bis September 2007

HORIZONT3000 Österreichische Organisation für Entwicklungszusammenarbeit

Einsatzland: Nicaragua

Auslandsdiener

Lukas Meusburger

Cooperante 0098-07, Zahl 02-07

Zeitraum: 29.01.07 – 28.01.08

zzz@yyy

Projektverantwortlich

HORIZONT3000 – Field Office Central America

Maga. Doris Kroll

Apto. 128, Managua, Nicaragua

Tel.: (+505) 2 773550

Fax: (+505) 2 678378

E-Mail: oficina.nic@xxxxx.org

Projektpartner:

CHICA

(Coordinación de Hermanamientos e Iniciativas de Cooperación Austríaca)

EH-Projektnummer: 1273-00 / 06

Dr. Elmer Zelaya Blandón

Apto.81, Leon

Nicaragua

Tel/Fax.: (+505) 311 5134

E-Mail: chica@xxxx.ni


Einleitung

Nach wie vor ist mein Einsatzort das Koordinationsbuero fuer oesterreichische Staedtepartnerschaften und Solidaritaetsgruppen in Leon, nachfolgend Oficina CHICA (Coordinación de Hermanamientos e Iniciativas de Cooperación Austríaca) genannt. Das Buero ist Schnittstelle fuer ca 22 verschiedene Projekte in ganz Nicaragua und ihre oesterreichischen Counterparts.

Als Vorlektuere zu diesem Bericht empfiehlt sich mein erster Viermonatsbericht

Das Taetigkeitsfeld bleibt ein recht weitgestreutes und auch wenn sich die Taetigkeiten im Detail etwas verschoben haben, so ist das Gesamtbild der Arbeitssituation fast unveraendert.

Nachfolgender Bericht soll einen genaueren Einblick in meine Arbeit und wichtigsten Projekte der letzten vier Monate ermoeglichen.

Taetigkeiten

Computerinfrastruktur – Oficina CHICA

Immer noch obliegt es mir, das Netzwerk zu verwalten und bei alltäglichen Computerproblemen zu helfen. Dies hat sich seit Beginn meines Dienstes kaum geaendert.

Noch nicht gemacht, aber angedacht ist eine relativ gravierende Umstrukturierung des Systems. Es ist meines Erachtens derzeit zu kompliziert und deswegen auch fuer niemanden durchschaubar – ganz zu schweigen von verwaltbar!

Dies geht einher mit der geplanten Einführung eines Daten-Ablage-Systems, fuer welches ich derzeit mit Zivi-Kollege Martin Guggenberger verschiedene Systeme anderer Organisationen besichtige und analysiere.

Kommunikation Oesterreich – Nicaragua

Siehe dazu: ber0098-07; Zahl_01-07

Computerschulungen

Die geplanten Computerschulungen verzoegerten sich insofern, als dass die Computer im CHICA-Cyber wegen eines Projekteinsaztes voruebergehend nicht zur verfuegung stehen.

Derzeit ueberarbeite ich gemeinsam mit Martin Guggenberger die Schulungsunterlagen und das Lehrkonzept, um dann in baelde wieder Kurse fuer StipendiantInnen und Projektgruppen anbieten zu koennen.

Parallel dazu konzipieren wir eine Multiplikatorenschulung – beduetet einen einwoechigen Workshop mit jeweils einer / zwei Person(en) pro Projektgruppe der / denen es danach obliegt, die Computerinfrastruktur zu betreuen und den „Kunden“ helfend zur Seite zu stehen. Inhalt dieses Kurses neben den Basis-Dingen: Comuter neu aufsetzten, Netzwerkverwaltung, Viren-Bekaempfung, Sicherheitsrisiken etc.

Website

Bereits zum Zeitpunkt der letzten Berichtslegung war die Website beinahe fertig gestellt. Es fehlte hauptsaechlich an Kleinigkeiten, sowie an den technischen Voraussetzungen um damit online zu gehen.

Speziell die Behebung dieser kleinen Fehler gestaltete sich deutlich schwieriger als erwartet. Die von mir mit Unterstuetzung meines Zivi-Kollegens Martin Guggenberger konzipierten Sites sollten von einem Techniker der UNAN-León umgesetzt werden. Wie erwaehnt, klappte das zu Beginn recht gut, doch zum Schluss liess dessen Arbeitsmotivation deutlich zu wuenschen uebrig. Es war ploetzlich zeitaufwendiger ihn dazu zu ueberreden, die Änderungen doch bitte endlich (komplett!) durzufuehren, als selbst Hand an zu legen. Verzoegerungen waren dadurch unvermeidlich.

Aus diesem Grunde, entschied ich mich dazu die Website selbst fertig zu stellen. www.chica.org.ni ging am 31. August 2007 online. Neben der Website wurde ein maechtiges Analyse-Tool eingerichtet, das es uns ermoeglicht, vielfaeltige Statistische Daten ueber die Websitenbenutzung zu sammeln.

Wie geplant wurden saemtliche Solidaritaetsgruppen aufgefordert, uns Informationen zukommen zu lassen, damit auch ihr Schaffen auf der Website praesentiert werden kann.

Sobald sich etwas Arbeit angesammelt hat, wird auch der UNAN-Techniker wieder eingespannt, der seine Aufgaben in Zukunft (zur besseren Kontrolle) bei uns im Buero erledigen wird.

Entwicklung Logo-Neu

Die Logo-Entwicklung wurde fertig gestellt.

Es wurden 4 Versionen entwickelt. Farbig und Schwarzweiss, jeweils mit und ohne Untertitel (Coordinacion de Hermanamientos e Iniciativas de Cooperacion Austriaca).

Am CHICA-Server stehen alle diese Versionen in verschiedensten Dateiformaten zur Verfuegung.

Weiters wurde mit der Entwicklung von Stempel und Briefpapier im neuen Design begonnen um CHICA ein einheitliches Corporate-Design zu verleihen.

Projektbetreuung Vorarlberg-Waspan Sur

Siehe dazu: ber0098-07; Zahl_01-07

Hervorzuheben aus dieser Periode: Die Reiseberatung und –Vorbereitung der Stipendiantin Lucia Jarquin, welche die Moeglichkeit hatte, fuer ca. 3 Woechen nach Oesterreich zu reisen.

Fotografische Dokumentation

Siehe dazu: ber0098-07; Zahl_01-07

Filmtour

In Nicaragua gibt es zwar vereinzelt Initiativen anspruchsvollen Film zu produzieren, jedoch keine Verbreitungsstruktur. Bereits vor meinem Oesterreichaufenthalt entstand deshalb die Idee einige so genannte Filmtouren zu veranstalten, durch welche die Gemeinden der Projektgruppen in den Genuss hochwertigen Films kommen sollten. Aus diesem Grunde importierten wir einen gebrauchten, professionellen Beamer aus Oesterreich. Leider wurde das Geraet am Flug beschaedigt und wartet nun auf die baldige Rueckreise nach Oesterreich zur Reperatur.

Trotzdem starteten wir eine erste Filmtour – mit einem Office Beamer. Mein Zivildienstkollege Martin Guggenberger und ich kuemmerten uns um die – nicht ganz einfache – Materialbeschaffung und organisierten in Zusammenarbeit mit den Vor-Ort Gruppen zwei Filmabende. Gezeigt wurden eine Dokumentation aus nicaraguanischer Produktion sowie ein spanischer Spielfilm.

Weitere Filmtouren sind in Planung

Filmprojekt

Fuer die Zukunft ist ein nachhaltiges Setup des Projekts geplant. In Zusammenarbeit mit der ASDECOSI arbeiten wir erstens am Aufbau einer kleinen Filmothek und zweitens an einem Verleihsystem um auch in Zukunft Kino in den Projektgemeinden anbieten zu koennen. Wir hoffen dabei auf Unterstuetzung der ADA um dem Projekt durch Anschaffung von Equipment eine solide Basis zu geben und die vollstaendige Autonomie zu garantieren.

Netwerke einrichten

Obwohl wir bereits unverhaeltnismaessig viel Zeit in die Vorbereitung investiert haben gibt es Seitens der Alcaldia Chichigalpa keinerlei Initiative, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Dies ist insofern schade, als dass nicht nur die Bezierksverwaltung selbst derzeit mehr fuer ihr schlechtes Service bezahlt, als dies bei der neuen Verbindung der Fall gewesen waere, sondern auch die ASDECOSI auf ihrer 56k Verbindung sitzen bleibt.

Mit wesentlich weniger (an sich keiner) Vorbereitung hingegen, installierten wir Internetverbindungen in Chacara Seca und San Francisco del Norte. Die Verbindung dient wie meistens dazu, der Projektgruppe ordentliches Internet zu bescheren, wie auch der Oeffentlichkeit den Zugang zu Informationen zu ermoeglichen.

Weitere Einsaetze dieser Art werden noch folgen.

Begleitung zweier oesterreichischer Journalisten

Im Rahmen einer PR-Kampagne der OEZA, wurden zwei oesterreichische Journalisten empfangen und durch einige Projekte gefuehrt. Die dabei fuer uns Zivildiener vorgesehene Taetigkeit des Uebersetztens war schlussendlich unnoetig, da die Journalisten selbst ueber Spanischkenntnisse verfuegten.

Schluss

Der Arbeitsalltag zeigt sich von seiner gewohnten Seite. Normalerweise Buero und bei Notwendigkeit Ausseneinsaetze. Nach wie vor ist die Arbeit grossteils sehr interessant und etwas dazuzulernen gibt es auch fast jeden Tag.

Nichtsdestotrotz ist die Anfangseuphorie zum Teil verflogen und es zeigen sich einige Punkte, die durchaus verbesserugswuerdig waeren.

Es gibt an sich fuer den Zivildiener keine klare Aufgabe. Abgesehen von der Website, sind die uns zugeteilten Arbeiten hauptsaechlich anlassbezogen und sehr kurzfristig angesetzt. Meine / unsere laengerfristigen Projekte sind grossteils aus Eigeninitiative entstanden. Diese wird zwar prinzipiell gefoerdert doch stehen diese Projekte dann in der Ausfuehrung auf der (kollektiven) Prioritaetenliste weit unten und dies, gepaart mit nicaraguanischer Unzuverlaessigkeit, wirkt unter Umstaenden recht demotivierend. Anders gesagt macht die Situation es zwar notwendig, komplett selbststaendig Projekte durchzufuehren, der Zivildiener an sich ist dazu aber nicht in der richtigen Position.

Ich bin mir nicht mehr sicher, ob eine klare Aufgabenstellung nicht die bessere Alternative waere, selbst wenn der Preis dafuer einige Erfahrungen durch das grosse Einsatzkonglomerat sein sollte.

Die Eigenheiten der Nicaraguaner bzw. ihre Arbeitsweisen sind mir zwar mittlerweile hinreichend bekannt, doch trotzdem wirken sie im Alltag nun laehmender als zu Beginn. Meines Erachtens nach ein interessanter Prozess, auf den wir bereits vor Dienstantritt hingewiesen wurden. Hier hilft es oft, einfach einen Schritt zurueck zu machen und sich der Situation bewusst zu werden – trotzdem nicht immer ganz einfach.

Mein Befinden ist dennoch nach wie vor ein gutes und ebenfalls nach wie vor bin ich fest davon ueberzeugt, nicht nur viel von Nicaragua mitzunehmen, sondern auch das eine oder andere zu geben. Der Schlusssatz des letzten Berichtes gilt demnach immer noch: „Ich bin dankbar fuer die mir eroeffneten Moeglichkeit und hoffe, dass noch vielen jungen Oesterreichern Gelegenheit gegeben wird, in ihrem Auslandszivildienst aehnliche Erfahrungen zu machen.“

Dienstag, 2. Oktober 2007

katzen hunde pferde ratten schweine fledermaeuse

so, nach putzfrauenaerger und grantigsein jetzt wieder was lustiges.

das gibts ja nicht nur ueber menschliche nicas, sondern auch ueber tiere.

gestern abend sitzen wir also gemuetlichst im wohnzimmer, tuere wie immer offen. ploetzlich spaziert (wieder einmal) eine katze durchs wohnzimmer und schleicht richtung patio. die katze wurde seitdem nicht wiedergesehen...

letztes wochenende war der strand wie immer relativ leer. von den drei pferden und 4 schweinen, die doch anzutreffen waren, sind insbesondere zwei lustige exemplare durch folgendes foto in erinnerung geblieben.


die bei uns eingezogene ratte ist eventuell nur eine maus oder wir haben nun eine ratte und eine maus in unserer kueche. ;-)

in martins zimmer in chichigalpa wohnt neben ihm ausserdem noch ein fledermaeuschen. und dieses scheisst immer an die gleichen zwei plaetze, egal wie das bett steht oder ob jemand drin liegt oder nicht. wer gut positioniert ist klar im vorteil.


hunde in nicaragua sind ausserdem gelenkiger als in oesterreich - wie folgendes foto beweist:




ganz viele saluditos

lukas