hallo lieber leser,
normalerweise weill eine firma geschaefte machen und damit geld verdienen. nicht so in nicaragua - oder, so scheint es zumindest.
um dies zu erlaeutern bedienen wir uns wieder einmal eines kleinen beispiels.
lukas soll die alcaldia in chichigalpa vernetzen und braucht dafuer natuerlich materialen und eine internetverbindung. er ruft daher bei alfanumeric an und fordert einen kostenvoranschlag fuer eine internetverbindung an. als lukas anmerkt, dass die preise hoeher sind, als er erwartet hat, erwaehnt die frau am telefon freundlicherweise gleich, dass die preise verhandelbar sind (anmerkung: alfanumeric ist der einzige anbieter brauchbarer internetverbindungen in chichigalpa)- ohne dass lukas danach gefragt haette. nun gut, lukas schreibt 2 tage spaeter ein mail, dass die alcaldia sehr interessiert ist, aber leider das budget schon verabschiedet hat und darin weniger geld fuer die internetverbindung vorgesehen ist. er schlaegt einen neuen preis vor und schwups, schon ist das ganze ueber 20% billiger. lukas ist stolz! ;-)
wir brauchen ausserdem netzwerkkabel, switch, router etc... es wird also eine person angeschrieben, die bei auf der uni-leon arbeitet, ein bekannter des chefs ist und nebenbei einen cousin hat, der in einer firma in managua arbeitet, die netzwerkprodukte vertreibt und schon unsere oficina verkabelt hat. (haha, soviel zum thema beziehungen). allerdings hat sich die firma auch nach mehrmaligen anrufen nicht mehr gemeldet. naja, will eben keinen aufwand (sprich verkaeufe) haben. verstaendlich, oder...
lukas meldet sich ab ins wochenende ;-)
adiós
Freitag, 20. April 2007
Donnerstag, 12. April 2007
echtes nicaragua
hallo lieber leser,
león ist nicht 100% nicaragua. fuer das ist es einfach schon zu gross, die strukturen zu kompliziert und das leben zu westlich und es gibt zu viele touristen, als dass man hier grossartig auffallen wuerde. aber kein problem: 25 minuten autofahrt und wir befinden uns in chichigalpa - und viel richtiger geht's dann nicht mehr.
martin fristet da sein dasein. er ist der einzige chele (hellhaeutige) in der ganzen stadt und dementsprechend bekannt. als ich bei meinem vorletzten besuch nicht mehr genau wusste wo sein haus ist, wurde einfach eine x-beliebige person gefragt ("weisst du wo das haus vom chele martin ist") und ich erhielt wirklich eine richtige antwort. unglaublich.
aber auch das ist nicaragua. jeder weiss alles.
die bewohner des hauses, in dem er sich die meiste zeit aufhaelt und verkoestigt wird (werde ich bei jedem besuch auch...allein das essen ist schon ein grund fuer einen chichibesuch), koennen alle maedchen mit welchen er in den letzten zwei wochen geredet hat namentlich aufzaehlen. unglaublich.
was macht chichigalpa sonst noch zu "echtem nicaragua"? es gibt eine unzahl von international finanzierten projekten. nach der sandinistischen revolution entstand eine riesige internationale solidaritaet, die sich bis heute darin zeigt, das nicaragua wohl das land, mit den meisten "entwicklungshilfeprojekten" ueberhaupt ist. es gibt spezielle kennzeichen fuer autos, von internationalen organisationen (gelb, aufschrift MI - Misiones Internacionales), ueberall schilder mit projekttiteln und auf dem schreibtisch des buergermeisters, auf seinem computer und auf seinem drucker kleben pickerle (finanziert durch die eu). ;-)
ansonsten: die leute sind noch so richtig verrueckt. fuer unser verstaendnis zumindest.
es gibt leute die immer nur eine gallone (3,6 liter) tanken, obwohl sie den ganzen tag mit dem auto arbeiten - dafuer tanken sie dann halt mehrmals taeglich ;-).
es gibt leute die kriegsbedingt nur fussprotesen haben, aber trotzdem fahrrad, motorrad und autofahren.
es gibt - wie bereits erwaehnt - taxibesitzer ohne fuehrerschein.
es gibt leute, die auf eine 2 taegige vulkantour lieber ein gewehr, (es koennte ja ein tiger kommen) als genuegend wasser mitschleppen.
jeder besuch ist also definitiv unglaublich skuril und es freut mich umsomehr, dass mich meine arbeit in naechster zeit des oefteren dahin fuehren wird. aber noch etwas ist sicher: es ist auch angenehm, abends nach leon zurueckzufahren, wo nicht die ganze stadt weiss, mit wem ich gestern abends ausgegangen bin...
entonces...saludos desde león
lukas
wird auch wieder mal zeit fuer fotos, nicht?
león ist nicht 100% nicaragua. fuer das ist es einfach schon zu gross, die strukturen zu kompliziert und das leben zu westlich und es gibt zu viele touristen, als dass man hier grossartig auffallen wuerde. aber kein problem: 25 minuten autofahrt und wir befinden uns in chichigalpa - und viel richtiger geht's dann nicht mehr.
martin fristet da sein dasein. er ist der einzige chele (hellhaeutige) in der ganzen stadt und dementsprechend bekannt. als ich bei meinem vorletzten besuch nicht mehr genau wusste wo sein haus ist, wurde einfach eine x-beliebige person gefragt ("weisst du wo das haus vom chele martin ist") und ich erhielt wirklich eine richtige antwort. unglaublich.
aber auch das ist nicaragua. jeder weiss alles.
die bewohner des hauses, in dem er sich die meiste zeit aufhaelt und verkoestigt wird (werde ich bei jedem besuch auch...allein das essen ist schon ein grund fuer einen chichibesuch), koennen alle maedchen mit welchen er in den letzten zwei wochen geredet hat namentlich aufzaehlen. unglaublich.
was macht chichigalpa sonst noch zu "echtem nicaragua"? es gibt eine unzahl von international finanzierten projekten. nach der sandinistischen revolution entstand eine riesige internationale solidaritaet, die sich bis heute darin zeigt, das nicaragua wohl das land, mit den meisten "entwicklungshilfeprojekten" ueberhaupt ist. es gibt spezielle kennzeichen fuer autos, von internationalen organisationen (gelb, aufschrift MI - Misiones Internacionales), ueberall schilder mit projekttiteln und auf dem schreibtisch des buergermeisters, auf seinem computer und auf seinem drucker kleben pickerle (finanziert durch die eu). ;-)
ansonsten: die leute sind noch so richtig verrueckt. fuer unser verstaendnis zumindest.
es gibt leute die immer nur eine gallone (3,6 liter) tanken, obwohl sie den ganzen tag mit dem auto arbeiten - dafuer tanken sie dann halt mehrmals taeglich ;-).
es gibt leute die kriegsbedingt nur fussprotesen haben, aber trotzdem fahrrad, motorrad und autofahren.
es gibt - wie bereits erwaehnt - taxibesitzer ohne fuehrerschein.
es gibt leute, die auf eine 2 taegige vulkantour lieber ein gewehr, (es koennte ja ein tiger kommen) als genuegend wasser mitschleppen.
jeder besuch ist also definitiv unglaublich skuril und es freut mich umsomehr, dass mich meine arbeit in naechster zeit des oefteren dahin fuehren wird. aber noch etwas ist sicher: es ist auch angenehm, abends nach leon zurueckzufahren, wo nicht die ganze stadt weiss, mit wem ich gestern abends ausgegangen bin...
entonces...saludos desde león
lukas
wird auch wieder mal zeit fuer fotos, nicht?
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