Donnerstag, 29. März 2007

zucker

nicaragua ist ein land des zuckers. nicht nur, dass hier massenhaft zuckerrohr angebaut und zu rum verarbeitet wird, nein auch ansonsten.

zur veranschaulichung ein kleiner dialog, der sich bei gestrigem mittagessen ereignete:

wir diskutieren ob der fresco (picksuesser fruchtsaft, der hier praktisch ueberall selbstgemacht wird) gezuckert ist...

fabian: da ist jetzt aber kein zucker drin

martin und lukas: jaja, sicher nicht, wie in allen anderen frescos auch nicht...

fabian: jaja, ich frag jetzt einfach nach, dann wissen wir's.
...

fabian: ist da zucker drin?

serviertoechterli: ja sicher!

fabian: jaja, schon klar... aber ist da extra zucker drin?

serviertoechterli: nein, kein extra zucker... nur normaler zucker!


super! so lauefts... es gibt nichts was nicht gesuesst ist! ich glaube ich hab in den letzten 5 jahren nicht soviel zucker konsumiert wie in den letzten 2 monaten und ich fuerchte, dass ich mir in diesem jahr meine geschmacksnerven ruinieren werde.
wie man es auch anders machen kann zeigt die familie, bei der martin in chichigalpa wohnt. (unglaublich nette leute... doch dazu ein andermal mehr)
ein kleiner hinweis darauf, dass fruechte ja schon selbst zucker haben und im haus gibt es nur noch ungezuckerte frescos... sowas von gut! freu mich schon auf meinen naechsten chichigalpa besuch...

ein weiteres novum an chichigalpa, das auch direkt mit zucker zusammenhaengt ist folgendes: chichigalpa ist der einzige ort in nicaragua, in dem es schneit! ja richtg, schneit. allerdings ist der schnee schwarz und besteht aus unverbrannten zuckerrohrresten (beim zuckerrohranbau gibt es einen arbeitsschritt, in dem das ganze feld angezuendet wird), die dann quasi staendig als kleine, schwarze flocken auf chichi niederrieseln.


jap, naechste woche ist semana santa. da wird in nicaragua grundsaetzlich nicht gearbeitet, dafuer gehen alle (!) an den strand um sich zu betrinken (so die erzahlungen) , obwohl der typische nica, nicht gern an den strand geht. aber naechste woche soll das alles anders sein. man darf gespannt sein.


fuer alle fotofreunde...lukas auf einem pferd

liebe gruessle

Freitag, 23. März 2007

einige fragen

hallo lieber leser,

nr. 1: was ist ein termin?

Ein Termin (lateinisch terminus = Grenzzeichen, daraus auch später Ziel, Ende oder Zahlungsfrist) ist ein festgelegter Zeitpunkt, beispielsweise zur Zahlung, Leistung oder Lieferung. Allgemeiner ist ein Termin ein herausragendes Kalenderdatum.

schoen waers. ich spare mir jetzt die definition des worts termins in nicaragua, weil es erstens vermutlich keine gibt, wenn ja diese von jedem anders interpretiert wird und selbst wenn sie von allen gleich interpretiert wuerde, sich niemand daran halten wuerde.
was sagt uns das? vermutlich nur, dass die kosten hier mit der einfuhrung von outlook deutlich gefallen sein muessen, weil nicht mehr ganz so viel geld fuer das ausradieren von falschen kalendereintreagen ausgegeben werden musste.

nr 2: was macht león zu einem dorf

león ist eine stadt mit 158 000 einwohnern, ansich also eine richtige stadt - vergleichbar mit innsbruck.
wenn ich nun in ebendiesem innsbruck einen termin mit einer x-beliebiegen person ausmachen wuerde, mit der ich unsere homepage planen sollte wuerde nichts weiter spannendes passieren. hier passiert aber folgendes: nachdem ich am donnerstag den termin ausgemacht habe (und in den outlook eingetragen - man erinnere sich an den radiergummiverbrauch ;-)) gehe ich am freitag wie sooft in den ausgang. ich erzaehle einer weiteren x-beliebigen person, dass ich mit der homepage-person (namentlich oscar delgado - zu deutsch oscar schlank) einen termin habe ... aaaaach, mit dem oscar - aja, das ist ein guter freund von mir blablabla....ist er wenigstens schlang, wenn sein name das andeutet? nein, eher gross und dick... ;-) gut, immerhin schon mal eine vorabinformation.
ich komme also am dienstag ins buero, rufe sicherheitshalber davor nochmal bei oscar dick-schlank an und bestaetige den termin. nicht damit rechnend, dass er puenktlich kommen wird, verbringe ich die minuten vor dem termin plaudernd im nebenbuero als ich ploetzlich die vom telefon bekannte stimme hoere. ich gehe zum eingang und mein oscar plaudert mit der teresa (arbeitet auch hier bei uns). aha, ihr kennt euch auch? ja sicher, wir haben zusammen studiert. super.
waere ja aber noch gar nichts, wenn nicht diese teresa, dazu noch die schwester von dem maedel kennen wuerde, die mir am freitag schon erzaehlt hat, dass sie den oscar kennt und dieser dazu noch der neffe der frau vom chef waere. verwirrt? ich auch. aber so laeufts und einzelfall ist das keiner... sprich, mir passiert das staendig und es geabe noch 100 weitere bsps.

fuer alle die selbst keine lehre daraus ziehen wollen ;-): sei lieber freundlich zu jedem, er koennte ja schwester, bruder, vater, mutter, freundin, freund deiner/deines egalwas sein.

aber um auf die frage zurueckzukommen was leon nun zu einem dorf macht... keine ahnung.

nr. 3: was ist sicherheit?

eine fast schon philosophische frage, deren niveau ich gleich mal durch ein paar weitere senken werde. warum gibt es im ganzen buero keine tuer mit knauf, sondern nur solche, die man mit schluesseln oeffnen kann? ja klar, "para mas seguridad". toll, jetzt steckt halt den ganzen tag lang der schluesselbund mit allen schluesseln in unserer tuer.
warum gibt es nur einen schluessel fuer die eingangstuere? ja klar, "para mas seguridad". toll, jetzt gibt man den gesamten schluesselbund jede nacht dem wachmann, der damit dann machen kann was er will (wie einige insider wissen, faehrt er dann schnell mal eine runde von exakt 12km mit dem motorrad von martin, das er letzten dienstag ueber die nacht - para mas seguridad - im buero eingesperrt hat).

zum glueck erhebe ich ja gar keinen anspruch, alles was hier passiert zu verstehen... ich glaube ich wuerde nicht fertig werden. was aber klar ist: auf einer reise wuerde man auf solche sachen gar nicht erst stossen und besser erleben und nicht verstehen als nicht erleben und verstehen...ach das funktioniert ja sowieso nicht. ;-)

entonces (neben tranquillo das beliebteste wort im lande), nos vemos!

lukas

Dienstag, 13. März 2007

Human Resource Management en Español

hallo lieber leser,

die uhren ticken hier ja etwas anders, das ist uns allen bewusst. speziell auch wenn es ums thema arbeitskraft geht. ein kleines beispiel soll das verdeutlichen:

muss martin (der zweite zivi, der in einem anderen ort arbeitet) nach managua etwas erledigen, faehrt er nicht alleine sondern es kommt das ganze buero mit.
warum? erstens, es koennte ja was spannendes passieren und zweitens, ist es mit mehr Leuten eh viel lustiger.
drittens besitzt sein chef zwar ein taxi, aber keinen fuehrerschein. normalerweise faehrt irgendjemand staendig mit diesem taxi herum und der gewinn wird dann geteilt. da aber schon die ganze oficina und lukas mit nach managua wollen hat dieser keinen platz mehr. was machen wir also? na klar, lukas wird als taxifahrer angestellt ;-).

ich fahre also mit dem taxi und 5 weiteren passagieren nach managua. alles ganz ok, mitlerweile kenne ich die strecke und auch die tatsache, dass die lenkung ab ca. 80 km/h nur noch richtungsvorschlaege (anstelle der richtung ;-)) an die raeder weitergibt, bekuemmert mich nicht zu sehr... sehr schoen. es geabe sogar eine klimaanlage, aber wer braucht schon kuehlmittel. das fuehrt zu offenen fenstern und wie an den meisten ampeln in managua kommt bei der zweiten eine person zu mir ans fenster und will mich um ein paar cordobas anhauen.
ansich wie gesagt nicht speziell, aber jetzt kommts

'mit groesstem respekt, HERR TAXIFAHRER, koennten Sie mir bitte einen cordoba geben...'
(con mucho respecto, señor taxista...)

das gesamte taxi, inklusive dem einzigen oesterreichischen taxifahrer in ganz nicaragua lacht traenen...


so kommt man zu neuen spitznamen...

fuer alle, die das nicht interessiert hier ein paar fotos von anderen dingen ;-) (wie gehabt, klicken und dann diaschau)

greetz... el señor taxista lukas

mehr bilder

Mittwoch, 7. März 2007

fortbewegung

hallo lieber leser,

das wohl mit abstand beste fortbewegungsmittel fuer león, sehen wir hier:


man beachte bitte die aufschrift "super" ;-). vor allem preislich trifft das doch zu. ein neues fahrrad fuer 74 dollar ist schon was und obwohl es halt schon mal in der schaltung knackt und auch nur etwas muerrisch bremst, tut es seinen dienst doch perfekt! und ja, in león gibt es definitiv mehr fahrraeder als autos, was sich zt recht witzig aeussert:
als fussgaenger hat man hier ja weniger als keine rechte und muss staendig aufpassen nicht ab- bzw unabsichtlich ueberfahren zu werden. als radler hingegen ist man wirklich gleichberechtigter partner und wenn man vorrang hat, kann man wirklich bedenkenlos (ich konnt's ja am anfang gar nicht glauben und wurde drum sicher schon ueber 480 mal angehupt) reintreten. echt cool!

so, was noch, es mangelt momentan schlicht und ergreifend an fotos fuer eine anstaendige praesentation. kommt aber naechste woche. als kleinen trost gibt es ein foto von lukas (mir ;-)) und dem hahn elvis.


saludos desde león
lukas

Donnerstag, 1. März 2007

tropenkrankheiten und informationsbeschaffung

hallo lieber leser,

di welt will bilder, ich weiss... doch das hindert mich nicht daran, keine einzustellen... ;-)

das schoenste an den tropen ist ja, dass mann beim kleinsten anzeichen von krankheit, sofort an die schlimmste zur verfuegung stehende moeglichkeit denkt: malaria, dengue...wuermer, bakterien der schlimmsten sorte...keine ahnung, jedenfalls furchterregend! naja, in wirklichkeit nicht ganz so schlimm aber trotzdem.
was lernen wir daraus?
moeglichkeit 1: erkaeltungen haben mit kaelte nichts zu tun, denn sonst haette ich mir hier in nicaragua (in den letzten tagen um die geschaetzte 38 grad) wohl keine solche zuziehen koennen.
moeglichkeit 2: die geliebte klimaanlage will sich unbeliebt machen ;-)

egal, das schlimmste ist ueberstanden und so kann ich mich wieder meinem lieblingsthema - der wohnungssuche - widmen.

das gestaltet sich hier insofern schwieriger als zu hause, da hier weder der terminus wohnung, noch gesammeltes wissen in irgendeiner form existiert. die loesung aller probleme heisst fragen... und zwar sowohl deine arbeitskollegen, wie auch die frau an der supermarktkassa.

mit etwas glueck rennen dir dann, nach einiger zeit, wildfremde personen die tuere ein und wollen dir eine wohnung vermieten. so weit sind wir zwar jetzt noch nicht, aber vielleicht wird's ja noch. ;-)


in diesem sinne. saludos desde león

lukas