Freitag, 23. Februar 2007

Schauen, warten ... allenfalls verstehen ;-)

hallo lieber leser,

fuer den folgenden text brauchen wir zuallererst einen kleinen spanischen Wortschatz.


mira!...schau!, hör zu! etc. (Aufforderung, sehr häufig gebraucht)

plátano…Banane

caballo…Pferd

recolector de basura…Muellabfuhr

si…ja


Lukas faehrt mit Julio nach ‚El Viejo’ – zu Deutsch ‚der Alte’. In El Viejo gibt es eine Organisation, die Alcaldía. Nun gibt es fuer Lukas kurzzeitig nichts zu tun und er bittet einen Nicaraguaner, der ebenfalls nichts zu tun hat (ja, das soll vorkommen ;-)) ihm die Organisation kurz zu zeigen bzw zu erklaeren.

Der Nica freut sich und wir spazieren los. Soweit so gut, eigentlich sehr freundlich.

Wir spazieren also über das Gelaende und der freundliche Herr beginnt zu erklären…’Mira, Platanos’, ‚Mira, Caballo’. Sehr schön, dass es hier Bananenbaeume und Pferde gibt, denk ich mir, nur was IST die Alcaldía eigentlich und was macht sie?

‚Qué hace la alcaldía en realidad?’ (gleichzeitig faehrt ein Auto der Muellabfuhr vorbei) ‘Mira, recolector de basura’….

‚die Muellabfuhr ist also auch von der Alcaldía?’

‚Si, Alcaldía’

(Der Einfachheit halber ab jetzt auf Deutsch)

‚Also organisiert die Alcaldía die Muellentsorgung, und was macht sie sonst noch?’

‚Parks’

‚Aha, Parks… allenfalls auch Strassen?’ (wir stehen vor einer riesigen Dampfwalze)

‚Si, Alcaldía…’ ;-)

‚Ok, und wie läuft das, ist das ein Privater Verein oder geht das von der Stadt aus?’

‚Ja, von der Stadt’

‚Also so was wie ein Bauhof?’

‚Ja’

‚Und das wird auch von der Stadt finanziert?’

‚Ja, von der Stadt’

‚Aber es gibt auch private Geldgeber’

‚Ja auch Private Geldgeber…’


Ok, weiter bin ich nicht gekommen, weil wir dann leider abfahren mussten, wäre aber sicher noch ein interessantes Gespräch geworden… hehe *g*

Szenenwechsel nach Chacara Seca. Ebenfalls ein interessanter Name, wenn man bedenkt, dass es sich hier um eine extrem trockene Gegend handelt, in der ein Trinkwasserprojekt durchgeführt wird (Seca, bedeutet trocken *g*).

Wir (freiwilliger Mitarbeiter Fabian und ich) sollten im laufe der Zeit einen Film zur Projektdokumentation produzieren. Gut, das beginnt natürlich damit, herauszufinden wie das Projekt funktioniert, organisiert ist, wann es angefangen hat etc…

Man stellt uns den Leiter des Projekts vor und nach einer kurzen Vorstellung beginnen wir mit der Fragerei


‚Wo sind wir denn hier, ist das das Verwaltungsbuero des Projekts’

‚Mira! Hier gibt es eine Küche’

‚Aha, eine Küche’

‚Mira! Hier gibt es auch Betten’

‚Sehr schön, dann kann man also hier schlafen’

‚Jap, hier kann man schlafen’

Ich spar’s mir jetzt, den Dialog zu Ende zu Tippen. ;-)


Was lernen wir daraus?

Erstens, der typische Nicaraguaner kann nicht erklären, zumindest niemandem einen Überblick verschaffen.

Zweitens, die Art der Fragestellung sollte an’s Land angepasst werden und

drittens, um sich genau zu informieren, braucht man Zeit.


Nun mal im Ernst. Ich will mich mit diesem kleinen Bsp weder über die Nicas aufregen noch irgendjemanden schlecht machen. Es fällt nur wirklich auf, dass wir uns in einer komplett anderen Kultur befinden. Die obigen Situationen sind wirklich in etwa so passiert, aber an sich lernt man daraus was ganz anderes. Die Dinge passieren hier wirklich einfach viel indirekter und man redet zuerst mal einfach über Bananen oder Schweizer Taschenmesser, bevor man zum Punkt kommt.

Außerdem (und das ist wirklich so) wird dir ein Nicaraguaner niemals mit „Nein“ oder „Das weiß ich nicht“ antworten, sondern stattdessen eher irgendetwas anderes erzählen – sehr schön auszuprobieren, wenn man irgendwo nach dem Weg fragt.

Ja gut, es wird mich jedenfalls noch einige Zeit kosten, das zu verstehen, falls es überhaupt möglich ist, aber das ist ja unter Anderem auch einer der Gründe warum ich hier bin – und wenn man das alles im ersten Monat erledigen könnte, wären die restlichen elf ja langweilig.


In diesem Sinne, saludos! ;-)


Lukas

Mira! kaputtes Auto! *g*


Montag, 19. Februar 2007

ueberlegungen

ich bin mir momentan nicht sicher, was ich hier als naechstes reinschreiben moechte... bin jedenfalls die naechsten tage unterwegs und komme vermutlich nicht wirklich ans internet. also gibt's vermutlich kommenden montag den naechsten eintrag.

also nicht traurig sein, wenn hier in den naechsten tagen nichts neues dazukommt.

lg lukas

Donnerstag, 15. Februar 2007

hallo lieber leser,

es folgen ein paar impressionen meiner ersten wochen hier in nicaragua... nicht annaehernd vollstaendig natuerlich, aber ein kleiner einblick.

Einfach auf das Bild klicken und dann auf Diaschau! Viel Spass



Montag, 12. Februar 2007

Was macht meine Organisation

hallo lieber leser,

mitlerweile ist mir eingefallen, dass ich noch ueberhaupt kein wort ueber meine organisation(en) verloren habe. das zusammenspiel ist naemlich gar nicht so einfach.

meine entsendeorganisation ist horizont3000 - die oesterreichische organisation fuer entwicklungszusammenarbeit. horizont3000 finanziert projekte und entsendet 'entwicklungshelfer' und dort hab ich auch meinen vorbereitungskurs absolviert. weiters betreibt es das head-office in managua, von dem ich und mein co-zivi empfangen wurden.

mein projekttraeger - das bedeutet lokale organisation, die von horizont3000 finanziert wird - ist c.h.i.c.a.
das ist nicht nur das spanische wort fuer maedchen, sondern bedeutet zugleich auch in etwa koordinationsbuero fuer oesterreichische staedtepartnerschaften und solidaritaetsgruppen - und genau das ist auch die aufgabe der organisation.
sie koordiniert, ueberwacht und unterstuetzt die verschiedensten projekte oesterreichischer gruppen.

nicht ganz verstandlich? hier ein kleines bsp: das vorarlberger nicaragua komitee, finanziert ein projekt in einem armenviertel von managua. da nicht staendig ein (ehrenamtlicher) mitarbeiter aus vorarlberg in managua herumsitzen kann, ist das komitee mitglied bei chica und somit sind wir auch fuer dieses projekt zustaendig und sozusagen auch schnittstelle zwischen den gruppen in oesterreich und den lokalen gruppen in ganz nicaragua.

das hauptbuero ist in león und genau da ist auch mein momentaner einsatzort.

sodale, hoffe unklarheit geschafft zu haben. saludos desde león

lukas

Freitag, 9. Februar 2007

fotos de león

hallo lieber leser,

die dinge werden langsam klarer. die betonung liegt dabei allerdings auf langsam. ;-)

das faengt damit an, dass ich mitlerweile die leute im buero hier kenne und auch (zumindest voruebergehend) einen eigenen pc und arbeitsplatz habe. wirklich anstrengend ist die arbeit zwar noch nicht, aber das hindert mich nicht daran laenger als noetig im buero zu sitzen und mit den leuten, die hier arbeiten, darueber zu diskutieren, ob kaffee duenn und suess (wie in alle leute hier moegen) oder richtig schoen stark zu sein hat.

also ansich alles bestens hier ;-).

naechsten dienstag gibt's dann eine sitzung mit unserem jefe, in der wir ueber meine arbeitsmaessige zukunft reden werden - angeblich gibt's jede menge...

zum abschluss gibts noch 2 bildchen von león, aufgenommen vom turm der kathedrale.

lg lukas







Dienstag, 6. Februar 2007

Meldung

hallo lieber leser,

momentan geht's hier noch drunter und drueber und mir eigentlich ganz gut.

ich bin ja letzte woche gemeinsam mit dem 2. zivi hier in nicaragua angekommen und wir sind ganz freundlich vom buero in managua abgeholt und empfangen worden. die waren da richtig gut auf uns vorbereitet. besonders beeindruckt hat mich die tatsache, dass unsere postfaecher bereits vor unserer ankunft beschriftet worden sind, unglaublich ;-)

dann gings weiter nach leon und hier faengt das chaos an. normalerweise sind immer die letzten zivis dafuer zustaendig, die neuen einzufuehren. leider ist der vorige zivi gestern abgereist, hat schon laenger aufgehoert zu arbeiten und nicht wirklich zeit/lust gehabt, uns grossartig einzufuehren. wir waren wirklich etwas verloren. wird aber langsam besser.

arbeitsmaessig ist momentan ebenfalls noch nicht wirklich was fixes fuer mich da. die letzten 2 tage hab ich damit verbrach mich in eine datenbank einzuarbeiten und verbesserungsvorschlaege zu machen. wir werden sehen, was ich laengerfristig zu tun haben werde.

ja ansonsten, lateinamerika pur und extreme hitze. mal schauen ob ich mich an letzteres noch gewoehnen kann.

das war's fuers erste. saludos desde nicaragua, fotos folgen!

lukas


ach, spanischkurs hab ich natuerlich auch momentan - zwei stunden taeglich vor arbeitsbeginn.

Donnerstag, 1. Februar 2007

Erster Eintrag

hallo allerseits,

hier soll und wird in den naechsten tagen mein kleines online tagebuch begonnen werden. angekommen bin ich ja bereits und zu erzaehlen gibts eigentlich auch schon was... wird aber mit sicherheit noch mehr ;-)

in diesem sinne. glg