Mittwoch, 26. Dezember 2007

weihnachtsfotos

hallo lieber leser,

so, weihnachten ist ueberstanden. und es gibt einen haufen fotos.

einige bemerkungen: mit zwei ersatfamilien kann man zwei mal feiern, essen ist von porzellantellern cooler als von solchen aus plastik, baeume muessen blinken, weisses plastik kann schnee nicht ganz ersetzen... und so weiter und so fort

weihnachten auf nicaraguanisch

Montag, 24. Dezember 2007

weihnachtsvorbereitung

hallo lieber leser,

es weihnachtet scheinbar in nicaragua, scheinbar darum weil es (im oesterreichischen kopf) einfach august und nicht dezember ist. das aendert gar nichts daran, dass man fuer so wichtige anlaesse zumindest seinen geschmack etwas anpassen muss. frohe (noch) vorweihnachtliche gruesse... die spannung steigt bei mir so langsam, wie das alles sein wird ;-)

foto1: der weihnachtliche garten mit eingeschaltetem christbaum (der einzige des landes, der nicht aus plastik ist)
foto2: der weihnachtliche garten mit ausgeschaltetem christbaum. ha...und was ist jetzt schoener...
(draufklicken)






Donnerstag, 13. Dezember 2007

gallo pinto

hallo lieber leser,

hab ich jemals ueber gallo pinto geredet? gallo pinto (zu deutsch, bunter hahn) ist da nicaraguanische nationalgericht. reis und bohnen, seperat gekocht und dann zusammen in oel angebraten / frittiert.
gegessen wird das ganze zum fruehstueck und abends. mittags nicht, dafuer abends und morgens immer. oft gibts als beilage dazu eier, kaese oder auch fleischige dinge...

in der region rio san juan gibt es ein vorzeigeprojekt einer oesterreichisch-nicaraguanischen partnerschaft. die fa. zotter kauft dort direkt von einigen kleinstbauern kakaobauern kakao fuer seine schokolade man koennte behaupten noch fairer als alles andere fairtrade ;-) . zotter - die person - war letztes jahr in nicaragua um den vertrag mit den bauern persoenlich zu besiegeln. alles hervorragend, doch die schwierigkeit kommt erst, denn den kakao aus dieser extrem schwer zugaenglichen region des landes schnell genug (ohne dass er schimmelt) nach oesterreich zu transportieren, erfordert eine logistische meisterleistung. man hoert laenger nichts mehr vom projekt...

letzten montag kommt unser chef also aus oesterreich retour und bringt uns als lieber papi etwas mit ;-). die erste zotter nicaragua-edition mit kakao aus rio san juan ist fertig und als absolute top geschmacksrichtung gibt es ....tataaa.... gallo pinto. die nicas finden das alle weniger lustig und cool als wir und wollen es nicht mal probieren. uns stoert's nicht! ;-)

saludos


foto1: zotter nica-edition sortiment
foto2: lukas' neuer fuehrerschein, mit dem er nun endlich legal motorradfahren darf (nach 11 monaten illegalem zirkulieren)



(in nicaragua darf man auf den offiziellen fotos noch wild aussehen und das muss natuerlich ausgenutzt werden)

Mittwoch, 28. November 2007

Titelsammlung

die namensaenderungen gehen weiter. mitlerweile ist zum rodriguez auch noch ein titel hinzugekommen. ein dr. naemlich. warum das?

mit dem letzten container kam unter anderem ein ultraschallgeraet welches an das leoner spital ausgeliefert wurde. einen monat lang hoert man nichts mehr bis mich ploetzlich der chef aus oesterreich anruft, man muesse sofort ins spital denen den ultraschall erklaeren. aha. und wer soll das machen? hmm, ich also. nun gut. dr. meusburger, ultraschallarzt macht sich also auf den weg.

es stellt sich heraus dass meine erste aufgabe darin besteht, das geraet anzustecken und einzuschalten, was sich als nicht allzu schwierig herausstellt. ;-) aber ja, mal einschalten und herumprobieren, geht ja nicht. dazu brauchts schon einen oesterreicher. nun gut, bisschen spielen ist nicht schwer, als dann eine liste von abkuerzungen erscheint steht auch der ultraschallspezialist an und bedient sich dem besten hilfsmittel. seiner connections ;-). (danke an dietmar, christine, guenther und alle vorarlberger aerzte die durch christines pr aktion auch an der entzifferung beteiligt waren) also ueber's wochenende andere arbeiten lassen und am montag mit einer tollen liste mit uebersetzungen wieder ins spital. das passt soweit aber da in nicaragua niemand sagen kann "ich brauche diese 7 funktionen" sondern erst wenn lukas wahllos irgendwelche tasten drueckt draufkommt "ahhh, super, genau das brauche ich" brauchen wir ein versuchsobjekt.
es wird also nach einer schwangeren geschickt und kurz darauf ein junges maedel mit riesigem bauch herbeigeschafft. diese muss sich dann auf 3 zusammengerueckten sesseln niederlegen und wird jetzt untersucht.
und jetzt lukas, wie mach ich das? hmm, probieren wir mal diesen knopf...ahh, scheisse, jetzt blinkt alles, wieder retour. ahaa, ich druecke also TAB und jetzt kommt eine tabelle... hmm, was ist denn do im bauch, wasser? na doch nicht.... ah ein gesicht. lukas? ah, jetzt hats die daten geloescht...fanga ma nochmal von vorne an...

armes maedel. sichtlich verunsichert verlaesst uns die mehr oder weniger untersuchte patientin wieder und als ich gerade so richtig in fahrt komme und das 4. untermenue des tollen geraetes erklaeren will ist der spass auch schon aus und feierabend fuer heute.
fortsetzung folgt...

...in 2 wochen wenn ich wieder aus dem urlaub retour bin. es geht in die karibik zum tauchen. ;-)


ganz liebe gruesse

lukas

Dienstag, 20. November 2007

Lukas wird Lehrer

hallo lieber leser,

die nicaraguanische bevoelkerung liebt es, laerm zu machen. ganz egal ob beim autofahren mittels hupe, mit lauter musik aus der offenen haustuere, bei religioesen prozessionen oder wie auch immer.

speziell nervtoetend sind die sogenannten gigantonas. das sind grosse (daher gigante ;-)) puppen, die derzeit gerade auf den schultern herumgetragen werden, der koerper des traegers bildet dann quasi den unterkoerper. diese stellen die spanischen conquistadores dar und daneben gibts noch einen cabezon, der die indigene bevoelkerung dartstellen soll. nun gut, tolle legende, tolle tradition. dass diese gigantonas allerdings immer mit ihren trommeln minutenweise vor unserer haustuere rast machen muessen, grenzt an illegalitaet ;-).
heute haben immerhin die taxifahrer gestreikt, was die haelfte der hupen von den strassen entfernt und den geraeuschpegel schon merklich senkt.


lukas hat derweilen waehrend seiner (einwoechigen) lehrertaetigkeit gelernt, dass man seine schuler immer darauf hinweisen sollte, dass username und passwort daten sind, die man sich merken sollte, dass der prozessor "alles computarische prozessiert" und dass auch 50 jaehrige schuler waehrend dem unterricht herumhuepfen und bloedsinn machen, obwohl sie freiwillig gekommen sind. spass hat's trotzdem gemacht - unsere basisschulung - und immerhin ist jetzt das geruecht entkraeftet martin und lukas wuerden die ganze zeit lang nur planen.


bild: innenhof der familie guggenberger-meusburger am sonntag nachmittag

saludos

Samstag, 10. November 2007

Costa Atlantica

hallo lieber leser,

die letzte woche war wild. wild in jeglicher hinsicht, denn wir waren fuenf tage im hurricanegebiet an der costa atlantica nahe puerto cabezas im einsatz.

allein schon die hinfahrt hat's in sich. knapp 17 stunden fuer 540 km. das laesst in etwa auf die qualitaet der strasse schliessen und in genau so fuehlt's sich auch an. weils grad so viel spass macht auch noch mit total ueberladener camioneta und 5 personen an bord.

das ziel war sahsa, ein kleiner ort an der hauptstrasse (haha, flussdurchquerungen inklusive) nach puerto cabezas. das gebiet ist eines der vom hurricane felix am staerksten betroffenen und so in etwa stellt sich jetzt die situation dar. praktisch alle haeuser haben ihre dacher verloren, sind entweder offen oder noch immer notduerftig mit plastik abgedeckt. nur wenige koennen sich neue leisten. das, zusammen mit dem ausfall der ernten und dem fehlen von trinkbarem wasser fuehrt zu katastrophalen gesundheitlichen verhaeltnissen und weil das gebiet fuer die industrielaender kaum von interesse ist, war auch die internationale katastrophenhilfe nur von kurzer dauer.

in sahsa hat die zweiwoechig wechselnde aerztebrigade der uni leon ihr hauptquartier, wo sie patienten behandelt und ihre touren in entlegene gemeinden plant, um auch der dortige bevoelkerung eine basis-gesundheitsversorgung zu bieten.

diese gemeinden sind zum teil drei stunden mit motorboot (niemand hat ein motorboot) oder pferd von der hauptstrasse entfernt und verfuegen ueber keine kommunikationsmoeglichkeit mit der aussenwelt.... eine tagesreise mal ausgenommen. die katastrophenhilfe faellt hier dementsprechend duerftig bis gar nicht aus.

wir installierten deshalb in 8 gemeinden jeweils ein gemeinschafts-funkgeraet, dass es allen bewohnern der umliegenden orte ermoeglicht, sich viel einfacher zu kommunizieren. die freude war entsprechend gross und martin und ich sind jetzt kleine helden ;-).

nun kann sich nicht nur der pfarrer von graytown mit dem pfarrer von dos bocas bekannt machen, der chef der frewilligen polizei in kukalaya mit dem in sahsa absprechen, das maedel, das fuer das funkgeraet in graytown zustaendig ist, in ganz puerto cabezas verlautbaren, dass die zwei austriacos doch wieder zurueck kommen moegen, weil sie sooo huebsch sind, sondern jetzt kann auch die noch so abgeschiedene gemeinde bei einem medizinischen notfall hilfe anfordern. einige leben haben diese funkgeraete jetzt schon gerettet!

eine unglaublich anstrengende, interessante und spannende woche!

dazu noch eine kleine bildgalerie (klick und dann diaschau). viel spass

lukas

costa atlantica

Samstag, 3. November 2007

allerheiligen und lautsprecher

allerheiligen laeuft hier nicht genau gleich wie in oesterreich. es passiert naemlich gar nichts. ;-) stimmt nicht ganz, denn an allerseelen geht's dafuer lustig ab.

man begibt sich freudig auf den friedhof um da zu plaudern, die graeber zu putzen (die, wie alles andere in nicaragua auch, betoniert sind), zu buñuelos (frittierte juca- bzw. maismasse) zu essen und oder sich zu betrinken. alles in allem recht lustig und nicht wirklich vergleichbar mit dem oesterreichischen "ach ich will nicht auf den friedhof, aber ich muss halt".

foto 1: friedhofsalltag am 2. november (im restlichen jahr ist dort wie in oesterreich nie niemand)
foto 2: buñuelos, hinterlistige verkaeuferinnen wollen kunden mischwahre als reine juca andrehen ;-)
foto3: nur leicht betrunkener nicaraguense in feststimmung





noch was ganz anderes zum thema lautsprecher.

in nicaragua muessen solche hauptsaechlich gross sein. riesige pa-boxen gibt's wie sand am mehr, so auch in unseren projektgruppen. das unglaublich coole daran ist, dass erstens zumeist der grossteil daran kaputt zu sein scheint (ist ja wurscht, hauptsache gross) und zweitens einfach keine kabel zum anschliessen vorhanden sind. aber super, so kann man sich waehrend einer filmtour wenigstens nebenbei als boxen reparatur-techniker profilieren, aus zwei boxen mal eine zusammenstueckeln, rumpelkammern ausraeumen und den inhalt zu muell erklaeren, sich eine staubvergiftung (falls es sowas gibt) holen und so coole fotos machen wie folgende ;-)

lukas in der box von aussen

lukas in der box von innen ;-)


allerfreundlichschte saluditos

Mittwoch, 24. Oktober 2007

bitte, bitte verkaufen sie mir ein schild

hallo lieber leser,

in nicaragua funktionieren firmen etwas anders als in oesterreich. groester unterschied: sie wollen nichts verkaufen. ja genau, sie wollen einfach nicht. ein beispiel.
nachdem wir im letzten halben jahr ein neues logo fuer chica entworfen haben, soll dieses nun an der bueroaussenwand angebracht werden. aus hauptsaechlich sozialen gruenden beauftragen wir einen maler, der uns (wie in nicaragua ueblich) das schild von hand malt. ueblich oder nicht, das ergebnis ist furchtbar und statt aussenwand, wars dann nur innenhof.
lukas gibt nicht auf und will das logo drucken lassen. und damit geht's los. "so und so will ich das, schicken sie mir doch bitte ein angebot" jaja klar, don lukas.... naechster tag. "ja, es ist nichts gekommen". "ach, tschuldigung, jetzt schick ichs ihnen". naechster tag, naechster tag, naechster tag. der worwechsel aendert sich leicht "biiiiittte, jetzt schickt mir doch ein angebot, ich will ja auch was kaufen, biiiiite". und das nicht nur bei einer firma.

doch es nuetzt nichts. seit 2 wochen steht also auf meiner todo liste 'schild fuer aussenwand bestellen' und ich schaffs einfach nicht. von schwesterlicher seite wurde mir ausserdem die vermutung mitgeteilt, dass wahrscheinlich darum an manchen kreuzungen das stoppschild fehlt und auch darum manche muertos (lustige bodenwellen zur geschwindigkeitsreduktion) unbeschildert sind - geht halt nicht nur mir so ;-)


ausserdem: dieses naechtliche foto zeigt unsere ehemalige mitbewohnerin in totem zustand.



allerliebste gruesse

lukas

Montag, 15. Oktober 2007

regen und vorbands

hallo lieber leser,

es regnet, momentan gerade nicht, aber bis vor kurzem extrem. und das fast eine woche lang. das ganze geht dann einher mit wunderbar tiefen temperaturen und man schlaeft so gut, wie schon seit langem nicht mehr.
doch das lustige am nicaraguanischen oktober (der entweder einem grausligen oesterreich-herbst oder einem lustigen april gleicht) ist ja folgendes. obwohl es ihn jedes jahr gibt (liegt am kalender ;-)) und er jedes jahr ungefaehr gleich ist, bricht jedes jahr chaos aus. die strassen stehen 60cm unter wasser, manche werden weggeschwemmt und die die bleiben haben ploetzlich riesige loecher. haueser werden innen nass und in unserem zb kommt das wasser nicht mehr nur durchs dach herein, sondern auch durch die waende. wunderbar. hoffen kann man nur, dass die strassen wieder repariert werden, denn mitlerweile ist die fortbewegung mit dem moped nicht mehr ganz ungefaehrlich.



noch etwas was mir aufgefallen ist. der nicaraguaner gibt sich manchmal mit weniger zufrieden. letzte woche auf einem tollen black-eyed-peas konzert (jaja, wo man nicht ueberall hingeht, wenn das angebot gering ist) stellten wir uns brav mit hunderten von teenies an um auch die vorband anschaueen zu koennen. doch denkste, es gab keine sondern wie schon einmal einen nervtoetenden typen, der ca eine stunde lang "noch wenige minuten, gleich gehts los. das konzert des jahres blablabal" herumbruellte ;-). warum der (relativ coole) dj, der waehrenddessen auflegte nicht die volle aufmerksamkeit bekommen durfte, bleibt dabei unklar.

glg aus leon


lukas

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Zweiter Viermonatsbericht – Zivilersatzdienst

Juni bis September 2007

HORIZONT3000 Österreichische Organisation für Entwicklungszusammenarbeit

Einsatzland: Nicaragua

Auslandsdiener

Lukas Meusburger

Cooperante 0098-07, Zahl 02-07

Zeitraum: 29.01.07 – 28.01.08

zzz@yyy

Projektverantwortlich

HORIZONT3000 – Field Office Central America

Maga. Doris Kroll

Apto. 128, Managua, Nicaragua

Tel.: (+505) 2 773550

Fax: (+505) 2 678378

E-Mail: oficina.nic@xxxxx.org

Projektpartner:

CHICA

(Coordinación de Hermanamientos e Iniciativas de Cooperación Austríaca)

EH-Projektnummer: 1273-00 / 06

Dr. Elmer Zelaya Blandón

Apto.81, Leon

Nicaragua

Tel/Fax.: (+505) 311 5134

E-Mail: chica@xxxx.ni


Einleitung

Nach wie vor ist mein Einsatzort das Koordinationsbuero fuer oesterreichische Staedtepartnerschaften und Solidaritaetsgruppen in Leon, nachfolgend Oficina CHICA (Coordinación de Hermanamientos e Iniciativas de Cooperación Austríaca) genannt. Das Buero ist Schnittstelle fuer ca 22 verschiedene Projekte in ganz Nicaragua und ihre oesterreichischen Counterparts.

Als Vorlektuere zu diesem Bericht empfiehlt sich mein erster Viermonatsbericht

Das Taetigkeitsfeld bleibt ein recht weitgestreutes und auch wenn sich die Taetigkeiten im Detail etwas verschoben haben, so ist das Gesamtbild der Arbeitssituation fast unveraendert.

Nachfolgender Bericht soll einen genaueren Einblick in meine Arbeit und wichtigsten Projekte der letzten vier Monate ermoeglichen.

Taetigkeiten

Computerinfrastruktur – Oficina CHICA

Immer noch obliegt es mir, das Netzwerk zu verwalten und bei alltäglichen Computerproblemen zu helfen. Dies hat sich seit Beginn meines Dienstes kaum geaendert.

Noch nicht gemacht, aber angedacht ist eine relativ gravierende Umstrukturierung des Systems. Es ist meines Erachtens derzeit zu kompliziert und deswegen auch fuer niemanden durchschaubar – ganz zu schweigen von verwaltbar!

Dies geht einher mit der geplanten Einführung eines Daten-Ablage-Systems, fuer welches ich derzeit mit Zivi-Kollege Martin Guggenberger verschiedene Systeme anderer Organisationen besichtige und analysiere.

Kommunikation Oesterreich – Nicaragua

Siehe dazu: ber0098-07; Zahl_01-07

Computerschulungen

Die geplanten Computerschulungen verzoegerten sich insofern, als dass die Computer im CHICA-Cyber wegen eines Projekteinsaztes voruebergehend nicht zur verfuegung stehen.

Derzeit ueberarbeite ich gemeinsam mit Martin Guggenberger die Schulungsunterlagen und das Lehrkonzept, um dann in baelde wieder Kurse fuer StipendiantInnen und Projektgruppen anbieten zu koennen.

Parallel dazu konzipieren wir eine Multiplikatorenschulung – beduetet einen einwoechigen Workshop mit jeweils einer / zwei Person(en) pro Projektgruppe der / denen es danach obliegt, die Computerinfrastruktur zu betreuen und den „Kunden“ helfend zur Seite zu stehen. Inhalt dieses Kurses neben den Basis-Dingen: Comuter neu aufsetzten, Netzwerkverwaltung, Viren-Bekaempfung, Sicherheitsrisiken etc.

Website

Bereits zum Zeitpunkt der letzten Berichtslegung war die Website beinahe fertig gestellt. Es fehlte hauptsaechlich an Kleinigkeiten, sowie an den technischen Voraussetzungen um damit online zu gehen.

Speziell die Behebung dieser kleinen Fehler gestaltete sich deutlich schwieriger als erwartet. Die von mir mit Unterstuetzung meines Zivi-Kollegens Martin Guggenberger konzipierten Sites sollten von einem Techniker der UNAN-León umgesetzt werden. Wie erwaehnt, klappte das zu Beginn recht gut, doch zum Schluss liess dessen Arbeitsmotivation deutlich zu wuenschen uebrig. Es war ploetzlich zeitaufwendiger ihn dazu zu ueberreden, die Änderungen doch bitte endlich (komplett!) durzufuehren, als selbst Hand an zu legen. Verzoegerungen waren dadurch unvermeidlich.

Aus diesem Grunde, entschied ich mich dazu die Website selbst fertig zu stellen. www.chica.org.ni ging am 31. August 2007 online. Neben der Website wurde ein maechtiges Analyse-Tool eingerichtet, das es uns ermoeglicht, vielfaeltige Statistische Daten ueber die Websitenbenutzung zu sammeln.

Wie geplant wurden saemtliche Solidaritaetsgruppen aufgefordert, uns Informationen zukommen zu lassen, damit auch ihr Schaffen auf der Website praesentiert werden kann.

Sobald sich etwas Arbeit angesammelt hat, wird auch der UNAN-Techniker wieder eingespannt, der seine Aufgaben in Zukunft (zur besseren Kontrolle) bei uns im Buero erledigen wird.

Entwicklung Logo-Neu

Die Logo-Entwicklung wurde fertig gestellt.

Es wurden 4 Versionen entwickelt. Farbig und Schwarzweiss, jeweils mit und ohne Untertitel (Coordinacion de Hermanamientos e Iniciativas de Cooperacion Austriaca).

Am CHICA-Server stehen alle diese Versionen in verschiedensten Dateiformaten zur Verfuegung.

Weiters wurde mit der Entwicklung von Stempel und Briefpapier im neuen Design begonnen um CHICA ein einheitliches Corporate-Design zu verleihen.

Projektbetreuung Vorarlberg-Waspan Sur

Siehe dazu: ber0098-07; Zahl_01-07

Hervorzuheben aus dieser Periode: Die Reiseberatung und –Vorbereitung der Stipendiantin Lucia Jarquin, welche die Moeglichkeit hatte, fuer ca. 3 Woechen nach Oesterreich zu reisen.

Fotografische Dokumentation

Siehe dazu: ber0098-07; Zahl_01-07

Filmtour

In Nicaragua gibt es zwar vereinzelt Initiativen anspruchsvollen Film zu produzieren, jedoch keine Verbreitungsstruktur. Bereits vor meinem Oesterreichaufenthalt entstand deshalb die Idee einige so genannte Filmtouren zu veranstalten, durch welche die Gemeinden der Projektgruppen in den Genuss hochwertigen Films kommen sollten. Aus diesem Grunde importierten wir einen gebrauchten, professionellen Beamer aus Oesterreich. Leider wurde das Geraet am Flug beschaedigt und wartet nun auf die baldige Rueckreise nach Oesterreich zur Reperatur.

Trotzdem starteten wir eine erste Filmtour – mit einem Office Beamer. Mein Zivildienstkollege Martin Guggenberger und ich kuemmerten uns um die – nicht ganz einfache – Materialbeschaffung und organisierten in Zusammenarbeit mit den Vor-Ort Gruppen zwei Filmabende. Gezeigt wurden eine Dokumentation aus nicaraguanischer Produktion sowie ein spanischer Spielfilm.

Weitere Filmtouren sind in Planung

Filmprojekt

Fuer die Zukunft ist ein nachhaltiges Setup des Projekts geplant. In Zusammenarbeit mit der ASDECOSI arbeiten wir erstens am Aufbau einer kleinen Filmothek und zweitens an einem Verleihsystem um auch in Zukunft Kino in den Projektgemeinden anbieten zu koennen. Wir hoffen dabei auf Unterstuetzung der ADA um dem Projekt durch Anschaffung von Equipment eine solide Basis zu geben und die vollstaendige Autonomie zu garantieren.

Netwerke einrichten

Obwohl wir bereits unverhaeltnismaessig viel Zeit in die Vorbereitung investiert haben gibt es Seitens der Alcaldia Chichigalpa keinerlei Initiative, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Dies ist insofern schade, als dass nicht nur die Bezierksverwaltung selbst derzeit mehr fuer ihr schlechtes Service bezahlt, als dies bei der neuen Verbindung der Fall gewesen waere, sondern auch die ASDECOSI auf ihrer 56k Verbindung sitzen bleibt.

Mit wesentlich weniger (an sich keiner) Vorbereitung hingegen, installierten wir Internetverbindungen in Chacara Seca und San Francisco del Norte. Die Verbindung dient wie meistens dazu, der Projektgruppe ordentliches Internet zu bescheren, wie auch der Oeffentlichkeit den Zugang zu Informationen zu ermoeglichen.

Weitere Einsaetze dieser Art werden noch folgen.

Begleitung zweier oesterreichischer Journalisten

Im Rahmen einer PR-Kampagne der OEZA, wurden zwei oesterreichische Journalisten empfangen und durch einige Projekte gefuehrt. Die dabei fuer uns Zivildiener vorgesehene Taetigkeit des Uebersetztens war schlussendlich unnoetig, da die Journalisten selbst ueber Spanischkenntnisse verfuegten.

Schluss

Der Arbeitsalltag zeigt sich von seiner gewohnten Seite. Normalerweise Buero und bei Notwendigkeit Ausseneinsaetze. Nach wie vor ist die Arbeit grossteils sehr interessant und etwas dazuzulernen gibt es auch fast jeden Tag.

Nichtsdestotrotz ist die Anfangseuphorie zum Teil verflogen und es zeigen sich einige Punkte, die durchaus verbesserugswuerdig waeren.

Es gibt an sich fuer den Zivildiener keine klare Aufgabe. Abgesehen von der Website, sind die uns zugeteilten Arbeiten hauptsaechlich anlassbezogen und sehr kurzfristig angesetzt. Meine / unsere laengerfristigen Projekte sind grossteils aus Eigeninitiative entstanden. Diese wird zwar prinzipiell gefoerdert doch stehen diese Projekte dann in der Ausfuehrung auf der (kollektiven) Prioritaetenliste weit unten und dies, gepaart mit nicaraguanischer Unzuverlaessigkeit, wirkt unter Umstaenden recht demotivierend. Anders gesagt macht die Situation es zwar notwendig, komplett selbststaendig Projekte durchzufuehren, der Zivildiener an sich ist dazu aber nicht in der richtigen Position.

Ich bin mir nicht mehr sicher, ob eine klare Aufgabenstellung nicht die bessere Alternative waere, selbst wenn der Preis dafuer einige Erfahrungen durch das grosse Einsatzkonglomerat sein sollte.

Die Eigenheiten der Nicaraguaner bzw. ihre Arbeitsweisen sind mir zwar mittlerweile hinreichend bekannt, doch trotzdem wirken sie im Alltag nun laehmender als zu Beginn. Meines Erachtens nach ein interessanter Prozess, auf den wir bereits vor Dienstantritt hingewiesen wurden. Hier hilft es oft, einfach einen Schritt zurueck zu machen und sich der Situation bewusst zu werden – trotzdem nicht immer ganz einfach.

Mein Befinden ist dennoch nach wie vor ein gutes und ebenfalls nach wie vor bin ich fest davon ueberzeugt, nicht nur viel von Nicaragua mitzunehmen, sondern auch das eine oder andere zu geben. Der Schlusssatz des letzten Berichtes gilt demnach immer noch: „Ich bin dankbar fuer die mir eroeffneten Moeglichkeit und hoffe, dass noch vielen jungen Oesterreichern Gelegenheit gegeben wird, in ihrem Auslandszivildienst aehnliche Erfahrungen zu machen.“

Dienstag, 2. Oktober 2007

katzen hunde pferde ratten schweine fledermaeuse

so, nach putzfrauenaerger und grantigsein jetzt wieder was lustiges.

das gibts ja nicht nur ueber menschliche nicas, sondern auch ueber tiere.

gestern abend sitzen wir also gemuetlichst im wohnzimmer, tuere wie immer offen. ploetzlich spaziert (wieder einmal) eine katze durchs wohnzimmer und schleicht richtung patio. die katze wurde seitdem nicht wiedergesehen...

letztes wochenende war der strand wie immer relativ leer. von den drei pferden und 4 schweinen, die doch anzutreffen waren, sind insbesondere zwei lustige exemplare durch folgendes foto in erinnerung geblieben.


die bei uns eingezogene ratte ist eventuell nur eine maus oder wir haben nun eine ratte und eine maus in unserer kueche. ;-)

in martins zimmer in chichigalpa wohnt neben ihm ausserdem noch ein fledermaeuschen. und dieses scheisst immer an die gleichen zwei plaetze, egal wie das bett steht oder ob jemand drin liegt oder nicht. wer gut positioniert ist klar im vorteil.


hunde in nicaragua sind ausserdem gelenkiger als in oesterreich - wie folgendes foto beweist:




ganz viele saluditos

lukas

Mittwoch, 26. September 2007

Ratten und Lebenseinstellungen

hallo lieber leser,

wir haben eine neue mitbewohnerin. einziges problem dabei. sie scheisst relativ gerne mal auf herd, teller oder andere kuecheneinrichtungsgegenstaende (was fuer ein wort).

vor nicht allzulanger zeit ist unsere heissgeliebte ratte verstorben. sie hat sich dazu den hervorragend platz 'zwischendecke' ausgesucht, was soviel bedeutet wie vier tage schrecklichster gestank. der gestank wurde weniger - laesst auf hervorragend funktionierendes in-house recycling schliessen und stopf ausserdem die hungrigen maeuler der anderen mitbewohnerchen.
um zum thema zurueckzukommen. dieses tierchen hat jetzt einen wuerdigen nachfolger gefunden und ich habe nun endlich wieder einen grund, mir ein lustiges werkzeug zu kaufen. nach meinem brecheisen gibts dieses mal eine ...tataaa... rattenfalle.

ein gelegentlicher hausbewohner wird derweilen wohl bald nicht mehr anzutreffen sein. unsere putzfrau. besteht einmal der verdacht, dass dich jemand beklaut, legt man koeder. logisch. ebenfalls logisch muesste demnach sein, dass wenn man nun diesen verdacht (auf subtile weise) dem verdaechtigen mitteilt, dieser aus angst entdeckt zu werden damit aufhoert. denkste. die putzfrau frisst den koeder.... ueber eine strategie wird derzeit beratschlagt.

leider ist dies kein einzelfall. langfristiges denken ist nicht wirklich eine beliebte taetigkeit vieler nicas. es fehlt breiten bevoelkerungsschichten halt auch schlicht und ergreifend an bildung... wie's scheint auch unserer putzfrau...

so long

lukas

Donnerstag, 20. September 2007

Verlautbarung

hallo lieber leser,

nachdem wir nun bereits auf saemtlichen kanaelen unseren stolz verlautbart haben, darf es hier nicht fehlen.

auf www.chica.org.ni kann man nicht nur viel spannendes ueber unsere organisation erfahren, sondern auch sehen, was wir zum beispiel so machen.

viel spass

Mittwoch, 12. September 2007

Zwei Erleuchtungchen

hallo lieber leser,

nicaragua hat einen gewaltigen vorteil fuer den lustigen bewohner. man muss sich in manchen bereichen einfach nichts scheissen....

in oesterreich bin ich ein ueberzeugter "am-tisch-esser" weil es mich nervt, auf couches etc. stressig herumzuhantieren. mein hauptproblem dabei ist, sowohl angenehm zu sitzen, wie auch nicht zu patzen, was sich schlussendlich meistens in einer verkrampften haltung mit dem teller am couchtisch aeussert. auch in nicaragua hab ich das anfgans so gehandhabt, auch wenn es eigentlich gar keine couches gibt.

irgendwann, nach etwas eingewoehnungszeit stellt man fest, dass man zumindest bedenkenlos auf den boden patzen kann, denn dieser besteht erstens meistens aus beton und ist daher problemlos abwischbar und zweitens hat auch das zeit. warum aufputzen, wenn morgen eh die putzfrau kommt, so ein haeufiger gedankengang der nicas.

bleibt ein problem. zurueckgelehnt im schaukelstuhl wird als erstes das t-shirt dreckig und nicht der boden. doch aus das ist schnell geloest... so loeffelt lukas nun (manchmal, nicht immer) seine fruehstueckscornflakes zurueckgelehnt und ohne t-shirt im schaukelstuhl. die nachtraegliche dusche befreit dann auch brust und bauch wieder von der hinuntergetropften milch. ;-)



weitere neuigkeit: ein kleiner namenswechsel.

lukas nennt sich in der oeffentlichkeit nicht mehr meusburger, denn das ist einfach zu kompliziert. speziell am telefon nervt das 10 malige buchstabieren unglaublich.

deshalb, werde ich ab sofort, einer spontanen eingebung heute in einem telefonat folgend, den namen lucas rodriguez verwenden.


hasta la vista rodriguez ;-)

Dienstag, 4. September 2007

Buero und Windchen

hallo lieber leser,

nachdem unser buero nun bereits ein halbes jahr mehr rumpelkammer, als buero war, kann nun freudigst verlautbart werden, dass dem nicht mehr so ist. der muell ist abgewandert und selbst martin hat mitlerweile einen schreibtisch. sehr super. weiters hat lukas sich die haare geschnitten. mittelsuper... aber so ist das nun mal, wenn die haare ploetzlich kuerzer sind...einfach schraeeeg.

dieses fotos zeigen einmal nur das eine, einmal beides und eines davon mit geschlossenen augen und dann noch einmal beides.






fotokommentare: Der nicht eingeschaltete Computer, bedeutet nicht, dass nicht gearbeitet wird und die verschlafenheit hat hauptsaechlich mit der urzeit zu tun!

ich wuensche einen schoenen tag. saluditos

lukas


fast vergessen. der titel windchen deutet ja etwas an, was dann nicht erfuellt wird. nicaragua ist ja hurricane-land und obwohl das fuer den occidente eigentlich nicht zu stark von belang ist, hat hurricane mitch 1998 einiges an schaden angerichtet und tausende menschenleben gekostet. deswegen ist man hier auch auf der hut und selbst im radio wird verlautbart, man moege doch bitte eine taschenlampe bereit halten...nur fuer alle faelle.

und nun ja. momentan siehts grad so aus. man merkt zwar draussen noch nichts, aber regnen wirds schon noch kommen!

Samstag, 18. August 2007

letzte nacht

hallo lieber leser,

gestern war in leon inferno. ploetzlich faengt es extremstens an zu winden, man sieht nichts mehr vor lauter staub und dann faengts an zu regnen und wird dunkel. naja, dunkel noch nicht, da es noch nicht nacht ist, aber immerhin stromlos (aus irgendeinem grund riecht man immer wenn man ins haus kommt, ob strom da ist oder nicht, aber dazu ein andermal).

soweit so gut, kerzenschein kennen wir ja bereits und irgendwann wird eh ausgegangen, zum glueck gibts im zentrum strom und die nacht zieht sich dahin.

als wir nach hause kommen gibt es noch immer keinen strom und ich putze gemuetlich romantisch kerzenilluminiert meine zaehne. ploetzlich machts zack, der strom geht an, die ventilatoren heulen, der kuehlschrank surrt uuuund....... beim nachbar kraeht der hahn... es ist 2:45, samstag morgen.

saluditos

lukas

Freitag, 10. August 2007

Die Suche nach Filmen

hallo lieber leser,

naechste woche wird spannend. wir machen die ersten beiden stationen unseres filmprojektes. in den laendlichen gegenden nicaraguas gibt es praktisch keine kinos und die die es gibt, zeigen entweder hollywoodfilme oder pornos.

wir wollen das aendern und fahren naechste woche mit der camioneta, einem beamer, 2 lautsprechern und einem film durch nicaragua.

das interessante an der vorbereitung ist allerdings folgendes: es werden nicht nur keine guten filme im kino gezeigt, sondern es gibt auch keine zu kaufen. sowohl in leon wie auch sonst ueberall werden zwar an jeder strassenecke raubkopierte dvds verkauft, aber ausser terminator 1-3 etc. gibts nicht viel. manchmal fehlt auch einfach ein teil des filmes, weil das halt nicht mer auf die dvd gepasst hat.

ab nach managua also, wo es immer alles gibt. doch falsch gedacht, denn auch in managua gestaltet sich die suche nicht ganz so leicht wie erwartet. in der cinemateca-nacional gibt es praktisch nur dokumentationen und die duerfen nicht herausgegeben werden und dvd geschaefte, die dvds auch verkaufen gibt es einfach nicht. wie bitte? ja, es gibt keine, bis auf 2 ausnahmen, die wir nun beide kennen. die suche nach lateinamerikanischem film ist trotztdem nicht erfolgreich und schlussendlich will man uns volver von almodovar als solchen andrehen. wir glauben dem verkauefer zwar berechtigterweise nicht, kaufen den film aber trotzdem.
nicht ganz das optimalziel erreicht aber immerhin einen guten film gefunden. und ausserdem kennen wir jetzt ca. alle wichtigen leute in ganz nicaragua aus dem bereich film-produktion, film-archivierung und film-vertrieb. so schnell kanns gehen!

saludos

lukas

Donnerstag, 2. August 2007

Rio San Juan

hallo lieber leser,

es exisitert nicht nur ein nicaragua. ich bin hier im occidente zu hause, die region rund um leon. hier leben die meisten menschen und in occidente und speziell in managua spielt sich das wirtschaftliche leben ab.

hier also fotos von einem der anderen nicaraguas - der region rio san juan. wir waren vor ca. einem monat da um ein fairtrade projekt zwischen einem kakaoproduzenten und zotter, welches ueber uns administriert wird zu besichtigen.

ohne grosse kommentare.... saludos (klick aufs foto oeffnet die gallerie, dann diaschau!)

lukas

Rio San Juan


Montag, 16. Juli 2007

Die Polizei

hallo lieber leser,

warum sind gelbe nummerntafeln so angenehm?

lukas faehrt wieder einmal (alleine) mit dem taxi von leon nach managua. plotzlich wird er von einem polizisten an den strassenrand gewunken und bleibt brav stehen.

sagt der polizist..."jo, aaehm, sie sind, aaaeehhmm schlecht gefahren".
"wie bitte?"
"ja, sie sind schlecht gefahren und darum muessen sie jetzt vooooool viel strafe zahlen und den fuehrerschein abgeben"
"aha"

der polizist erklaert das ganze noch etwas "genauer" und lukas fragt, ob das ganze nicht auch etwas weniger umstaendlich geht ("koennen wir das auch hier regeln")

lukas behauptet 100 cordoba dabei zu haben und der polizist ist einverstanden. lukas zieht die geldtasche raus..."sie haben da aber 200 cordoba in ihrer geldtasche"
"ja sicher, ich muss ja auch noch benzin tanken"
"aja, stimmt" sagt der polizist kleinlaut und lukas darf weiterfahren


auf dem rueckweg von managua wird das taxi, nun mit 4 weiteren oesterreichern besetzt, und einem rucksack auf dem dach wieder angehalten.
"der beifahrer ist nicht angeschnallt" super, das liegt daran, dass das fahrergurtschloss kaputt ist und sich somit nur einer vorne anschnallen kann... lukas ueberlegt sich ernsthaft, dem polizisten diesen sachverhalt zu erklaeren und auf dessen verstaendniss zu hoffen, entscheidet sich dann aber wieder fuer die andere variante. dieses mal sinds 90 cordoba und eigentlich ist auch das noch zu viel.

naechstes mal wieder mit gelber nummer, dann zieht auch der spruch "dies ist eine oesterreichische delegation und unglaublich wichtig blablabla" ;-)

glg, und nicht "schlecht" fahren!

lukas

Montag, 2. Juli 2007

Erster Viermonatsbericht – Zivilersatzdienst

Erster Viermonatsbericht – Zivilersatzdienst

Jaenner bis Mai 2007

HORIZONT3000 Österreichische Organisation für Entwicklungszusammenarbeit

Einsatzland: Nicaragua

Auslandsdiener

Name: Lukas Meusburger

Cooperante 0098-07, Zahl 01-07

Zeitraum: 29.01.07 – 28.01.08

E-Mail: xxx

Projektverantwortlich

HORIZONT3000 – Field Office Central America

Maga. Doris Kroll

Apto. 128, Managua, Nicaragua

Tel.: (+505) 2 773550

Fax: (+505) 2 678378

E-Mail: oficina.nic@horizont3000.org

Projektpartner:

CHICA

(Coordinación de Hermanamientos e Iniciativas de Cooperación Austríaca)

EH-Projektnummer: 1273-00 / 06

Dr. Elmer Zelaya Blandón

Apto.81, Leon

Nicaragua

Tel/Fax.: (+505) 311 5134

E-Mail: chica@ibw.com.ni


Einleitung

Mein Einsatzort ist das Koordinationsbuero fuer oesterreichische Staedtepartnerschaften und Solidaritaetsgruppen in Leon, nachfolgend Oficina CHICA (Coordinación de Hermanamientos e Iniciativas de Cooperación Austríaca) genannt. Wie der Name schon sagt, ist das Buero die Schnittstelle fuer ca 22 verschiedene Projekte in ganz Nicaragua und ihre oesterreichischen Counterparts.

Das moegliche Taetigkeitsfeld eines Zivildieners ist aufgrund der Vielzahl verschiedener Projekt fast unbegrenzt und die Moeglichkeiten, sich einzubringen ebenso.

Die Meinigen reichen dabei von Netzwerkadministration, ueber das Abhalten von Schulungen bis hin zur Unterstuetzung von einzelnen Projektgruppen.

Nachfolgender Bericht soll einen genaueren Einblick in meine Arbeit ermoeglichen.

Taetigkeiten

Computerinfrastruktur – Oficina CHICA

Die Oficina CHICA verfuegt (nach nicaraguanischem Massstab) ueber eine sehr fortschrittliche Computerinfrastruktur. Normalerweise sind 18 Computer ans Netzwerk angeschlossen, deren Anzahl bei Bedarf, (zB bei grossen Sitzungen) durch Anschluss an eine der Zahlreichen Wandbuchsen oder ans WLAN, beliebig vermehrt werden kann. Schnittstelle des ganzen ist ein Windows2003 Server. Das Buero ist ueber Mikrowellen (384kbps) mit dem Internet verbunden.

Aufgrund meiner Ausbildung und des Fehlens eines Zustaendigen fuer diese Infrastrukur, bin ich der Administrator des Netzwerks und erste Ansprechperson bei jeglichen Problemen.

Das an sich hervorragende System wird leider nur maessig effizient genutzt. Beispielsweise sich an Ordnerstrukturen zu halten, ist mit nicaraguanischem Vorgehen oft nicht zu vereinen, was meine Arbeit in diesem Falle nicht wirklich erleichtert. Auf diese Weise geht relativ viel Information zwar nicht verloren, ist aber im Bedarfsfalle nur sehr schwer auffindbar. Zum Teil stehen der produktiven Nutzung auch schlicht und einfach unbegruendete Annahmen im Wege, die dann unglaublich schwierig ausgeraeumt werden koennen. So war es bereits nicht einfach die Mitarbeiter davon zu ueberzeugen, dass der Server mitnichten als unsicher zu bezeichnen ist, sondern aufgrund seiner doppelt gespiegelten Festplatten der mit Abstand sicherste Aufbewahrungsort fuer alle Dateien waere.

Dies wird aber nach wie vor nicht ganz akzeptiert und so ist es eines meiner Ziele, im Rahmen meiner Taetigkeit ganz langsam ein wenig Bewusstsein fuer Netzwerke und deren Funktionsweise zu schaffen und somit deren Benutzung effizienter zu gestalten.

Einen Grossteil meiner Zeit (vermutlich an die 20%) verbringe ich allerdings damit, bei ganz alltaeglichen Computerproblemen zu helfen. Angefangen von Computern die sich nicht einschalten lassen, bis zum Installieren von Programmen. Dies ist zwar oft laestig und haelt mich gefuehlsmaessig „vom Arbeiten ab“ laesst sich aber in keiner Organisation vermeiden, foerdert schlussendlich eh nur die Kommunikation mit den Mitarbeitern und ist nun mal auch meine Arbeit.

Kommunikation Oesterreich – Nicaragua

Dieser schoene Titel bedeutet in erster Linie das Uebersetzen von Deutsch auf Spanisch und umgekehrt. Da viele Mitglieder der Oesterreichischen Solidaritaetsgruppen kein oder nur schlecht Spanisch sprechen kommen, einige Mails auf Deutsch, welche dann uebersetzt werden muessen. Selbiges wird natuerlich auch in die umgekehrte Richtung benoetigt und schlussendlich wird auch jedes Jahr der Jahresbericht erst spanisch verfasst und dann vom jeweiligen Zivildiener uebersetzt. Speziell interessant sind jedoch offizielle Briefe, bei denen dann wirklich auf Formulierungen geachtet werden muss. Diese Taetigkeit nimmt zwar insgesammt nicht viel Zeit in Anspruch, (normalerweise ca 2-3 Stunden pro Woche, in Stosszeiten bis zu 30) traegt aber sehr zur positiven Entwicklung meiner Spanischkenntnisse bei. Mitunter laestig, jedoch typisch nicaraguanisch ist daran folgendes: Es wird nicht etwa angekuendigt, dass diese Woche dies und dies zu uebersetzen ist, sondern es kommt ploetzlich ein Mail: „Ich brauche diese Uebersetzung genau jetzt, ist unglaublich dringend“.

Deutschkurs

Eine der ersten, fuer mich angedachten Taetigkeiten war die Abhaltung eines Deutschkurses fuer die Mitarbeiter der Oficina CHICA. Wie so oft in Nicaragua wurde einfach gesagt: „Sie sollen Deutsch lernen“. Weder bis zu welchem Grad, noch wie schnell oder mit welchen Mitteln. Fuer mich war das absolutes Neuland und bereits die Beschaffung der benoetigten Materialien kann nicht wirklich als einfach bezeichnet werden. Schlussendlich war ich jedoch nicht schlecht ausgestattet, hatte die ersten zwei Stunden vorbereitet und die erste davon auch gehalten. Diese erste Stunde hielt ich dann ca. 3-mal. Das Problem dabei: Die Arbeitsablaeufe sind hier einfach nicht genau geregelt und es passiert immer irgendetwas, soll heissen, von den 4 Mitarbeitern waren meistens nur 2 Anwesend, die zwar allenfalls in der letzten Stunde anwesend waren, sich dann (mangels Lektuere der Materialen zu Hause) aber an nichts mehr erinnern konnten. Da ausserdem 3 dieser 4 nebenbei gerade einen Englischkurs absolvieren und mir es nicht sinnvoll erschien, den Kurs unter diesen Voraussetzungen fotzufuehren, kann das Projekt als gescheitert bezeichnet werden.

Ganz umsonst war es trotzdem nicht, denn die beschafften Materialen, sowie die vorbereiteten Unterrichtseinheiten wurden bzw. werden nun von meinem Kollegen Martin Guggenberger fuer seinen Deutschkurs in Chichigalpa verwendet. Siehe dazu Bericht (Zahl 01-07) von Martin Guggenberger (Cooperante 0097-07).

Computerschulungen

Die Oficina CHICA verfuegt ueber ein sogenanntes Cyber [Siber], das sowohl den StipendiantInnen, wie auch den Projektgruppen offen steht. Ein Cyber ist im nicaraguanischen Sinne ein Internetcafe, wobei es meistens keinen Kaffee gibt. So auch hier, mit der Besonderheit, dass der Zugang fuer die Beguenstigten gratis ist. Die Projektgruppen sollten es (sofern sie nicht ueber eigene Infrastruktueren verfuegen) zur Kommunikation mit Oesterreich verwenden und die StipendiantInnen zur Akquisition von Information und zum Schreiben ihrer Arbeiten. Von beiden Seiten wird dies allerdings derzeit nur maessig gut angenommen und auch in den Projekten wo schnelle Internetverbindungen vorhanden sind werden diese meist ineffizient genutzt.

Wir sind der Ansicht, dass dies vor allem darum so ist, weil einfach zu wenig Wissen vorhanden ist. Wer nicht weiss, was mit einem Computer alles gemacht werden kann und schon gar nicht „wie“, der wird auch nicht regelmaessig die Infrastruktur in der Oficina CHICA nutzten – trotz der Tatsache, dass dies ein fast einmaliges Angebot darstellt. Computer, ganz zu schweigen von Internet, existieren in Privathaushalten praktisch nicht und so schreiben die meisten Studenten ihre Arbeiten in oeffentlichen Cybers und bezahlen dabei fuer jede Stunde. Die Projektgruppen ihrerseits kommunizieren sich einfach zu wenig, was nicht selten fuer Missmut in Oesterreich sorgt.

Um dies zu verbessern entwarf ich ein Manual, dass nicht nur die Prinzipien von Netzwerken und dem Internet erklaert, sondern auch ganz praktische Dinge, wie die Benutzung von Internettelefonie oder das Einrichten eines Email-Accounts. Das ganze ist allerdings nicht zum Selbststudium geeignet, sondern als Begleitheft fuer meine Kurse. Einer davon wurde bereits Abgehalten und obwohl die Teilnehmerzahl schlussendlich deutlich geringer als erwartet ausfiel, kann von einem ersten Erfolg gesprochen werden. Weitere Kurse mit StipendiantInnen sowie Projektgruppen werden folgen.

Website

Aus dem HORIZONT3000 Buero in Wien wurden wir nachdruecklich auf die hohe Prioritaet eines brauchbaren Internetauftritts hingewiesen, den wir somit zu einer unserer vordringlichsten Aufgaben erkoren haben.

Zusammen mit meinem Zivi-Kollegen Martin Guggenberger und Dr. Elmer Zelaya entwarf ich ein Konzept, um nicht nur CHICA selbst, sondern auch alle eingebundenen Projekte uebersichtlich zu praesentieren.

Da ich weitreichende technische Vorkenntnisse in diesem Bereich besitze, faellt es mir zu, die Website gemeinsam mit einem Techniker der UNAN-Leon, Oscar Delgado zu entwickeln und das Vorgehen zu koordinieren.

Auch hier werden die Kulturunterschiede deutlich und speziell bei der Designentwicklung war es nicht einfach, auf eine gemeinsame Linie zu kommen. Nach wie vor habe ich sehr mit dem teilweise unstrukturierten Vorgehen zu kaempfen, speziell dann, wenn meine Anweisungen sehr klar waren.

Eine weitere Schwierigkeit, auf die sowohl Martin, wie auch ich laufend stossen, ist die furchtbare Quellenlage. Ausser den Jahresberichten des Koordinationsbueros existieren fast keine chronologisch geordneten Informationen und somit lassen sich gewisse Historien nur durch lange Gespräche klären.

Ansich jedoch kommen wir gut voran und es ist damit zu rechnen, dass die Website im Juli online gehen und dann nach und nach mit Inhalten der einzelnen Projekte gefuellt werden wird.

Entwicklung Logo-Neu

Im Rahmen der Websitentwicklung stellten wir fest, dass CHICA zwar ueber ein Logo verfuegt, dies aber einfach dermassen haesslich ist, dass es schlicht und ergreifend nicht verwendet werden kann und darum auch nicht wird.

Deswegen begann ich mit dem Voluntario Fabian Liszt gemeinsam, die Entwicklung eines neuen Logos fuer CHICA, welches auf der Website verwendet werden soll. Die Idee dahinter geht allerdings noch weiter. CHICA ist Leon zwar eine bedeutende NGO, bei der „normalen“ Bevoelkerung aber so gut wie unbekannt. Meiner Meinung nach, kann dies durch einige kleine PR-Massnahmen, wie das Anbringen auf Auto und Bueroaussenwand, bereits verbessert werden.

Netzwerk Alcaldia-Chichigalpa

In der Alcaldia Chichigalpa wird derzeit mit Computerloesungen gearbeitet, die einer Bezirksverwaltung unwuerdig sind. Gemeinsam mit der Geschaeftsfuehrerin und dem Buergermeister von Chichigalpa erarbeiteten mein Zivildienstkollege Martin Guggenberger und ich einen Plan fuer ein kleines Netzwerk, an das auf ihren Wunsch lediglich 8 der 27 PCs angeschlossen werden. Ueber die Kontakte von CHICA konnte auch ein guenstiger Vertrag fuer die Internetanbindung erreicht werden, wobei ich die Verhandlungen fuehrte. Ueber das selbe Netzwerk soll auch ASDECOSI endlich zu einem einigermassen leistungsfaehigen Internetanschluss kommen, der in erster Linie der internationalen Kommunikation dienen soll.

Die Installation ist fuer den naechsten Monat geplant.

Funkgeraete installieren

Um auch in den laendlichen Gegenden Nicaraguas – speziell in Notfaellen – Kommunikation zu ermoeglichen, arbeitet CHICA staendig am Aufbau eines leistungsfaehigen Funknetzes, das mittels Repeater-Stationen eine hohe Reichweite aufweist.

Gemeinsam mit Techniker Julio Reyes und Martin Guggenberger, sowie 2 Mitarbeitern der Bezirksverwaltung von El Viejo, half ich bei der Installation von 4 Funkgeraeten auf der Halbinsel von Cosiguina, nahe der El Salvadorianischen Grenze.

Projektbetreuung Vorarlberg-Waspan Sur

Bereits vor meiner Ankunft hatte ich Kontakt mit dem Vorarlberger Nicaragua Komitee. Durch meine persoenlichen Bekanntschaften mit den Oesterreichischen Komitee-Mitgliedern bin ich nicht nur oft die Ansprechperson bei kleineren Problemen, sondern auch oefters zur Repraesentation von CHICA oder der Solidaritaetsgruppe bei Veranstaltungen vor Ort. Dokumentarische Arbeiten ergänzen meine Taetigkeit.

Medizinische Reise nach Oesterreich

Aufgrund einer linksseitigen Leistenhernie, die waehrend meines Nicaraguaaufenthalts akut und von den hiesigen Aerzten richtig diagnostiziert wurde, musste ich eine Reise nach Oesterreich antreten. Ich wurde von Prim. Dr. Dietmar Wohlgenannt im Landeskrankenhaus Hohenems operiert und konnte nach einer Woche im Krankenhaus und einer weiteren im Haus meiner Eltern wieder die Rueckreise antreten.

Fotografische Dokumentation

Als begeisterter Fotograf und als Besitzer einer digitalen-Spiegelreflexkamera faellt mir bei Projektreisen und Aktivitaeten meist die Aufgabe zu, diese fotografisch zu dokumentieren. Anschauungsmaterial ist fuer die Gruppen in Oesterreich unglaublich wichtig und nur dadurch kann eine Solidaritaetsbewegung aufrecht erhalten werden und neue Mitglieder gewinnen. Auf diese Weise werden jaehrlich fast alle Projekte dokumentiert, wie so auch beim Schulfruehstueck in Chichigalpa. Siehe dazu Bericht (Zahl 01-07) von Martin Guggenberger (Cooperante 0097-07).

Schluss

Wie der Bericht beweist, ist das Taetigkeitsfeld ein recht weit gestreutes – fuer mich in meiner Situation gleichzusetzen mit „unglaublich interessant“. Die Arbeit in CHICA bietet mir nicht nur die Moeglichkeit eine Vielzahl von interessanten Projekten und Arbeiten kennen zu lernen, sondern mich auch mit meinen eigenen Ideen einzubringen. Dies Macht es mir moeglich da mitzuarbeiten, wo ich meiner Meinung nach auch von Nutzen sein kann.

Nichtsdestotrotz stellt sich die Arbeit in Nicaragua nicht gleich wie in Oesterreich dar und es bedarf vielfach grosser Geduld und Flexibilitaet, um mit NicaraguanerInnen zusammen zu arbeiten und sich auf ihre Arbeitsweisen einzulassen.

Oft erscheint es nur zu verlockend den oesterreichischen Weg durchzudruecken, doch dass dies meist nicht funktioniert, lernt man recht schnell. Gleichzeitig bin ich jedoch davon ueberzeugt, dass auch ich meinen Arbeitskollegen einiges an neuen Ideen und Gedanken eroeffnet habe und somit der positive Kulturaustausch funktioniert.

Ich bin dankbar fuer die mir eroeffneten Moeglichkeiten und hoffe, dass noch vielen jungen Oesterreichern die Moeglichkeit eroeffnet wird, in ihrem Auslandszivildienst aehnliche Erfahrungen zu machen.

Freitag, 22. Juni 2007

kerzenschein und staub

hallo lieber leser,


manchmal nervt nicaragua. jeden tag wird einfach der strom fuer einige zeit abgeschaltet. wie bitte? ja, der strom wird einfach abgeschaltet, aber nicht fuer 10 minuten, nein, fuer stunden. und nicht nur fuer ein paar stunden, sondern fuer bis zu 12. nochmal wie bitte? ganz richtig. ;-) der kuehlschrank wird langsam warm, es gibt keinen ventilator und - jetzt wird's romantisch - man darf sich in der nacht mit kerzen beleuchten.
was macht man also? na klar, "gibts keinen strom kann man nur putzen" - so laut martin ein besuch letzte woche als lukas noch in oesterreich weilte. das klappte dazumal noch... ;-)

jetzt kommts aber. es faellt naemlich seit neuestem nicht nur der strom aus, sondern auch das wasser. soll heissen aus man kann nur putzen wird recht schnell - tropf, tropf, pffff... sagt der wasserhahn - man kann nicht mal putzen.

etwas langweilig. naja, und duschen mit kerze und kuebel (wenn man so intelligent war diesen, als es noch wasser gab, zu fuellen) macht halt auch nur mittelviel spass.

doch es hat auch etwas fuer sich: man freut sich wieder ueber ganz andere dinge, zb dass der ventilator am morgen immer noch laeuft... wie schoen gleich solche begeisterung am morgen in der frueh...

doch es geht weiter. gibt es im buero immer strom, aber nie wasser passiert dann ploetzlich das allerbeste. es gibt kein internet. aber nicht im buero, nein, auch nicht in león, nein, auch nicht in nicaragua. halb zentralamerika plus die haelfte von kolumbien ist ohne internet. und das jetzt seit drei tagen, weil ein kabel zwischen honduras und nicaragua kaputt sei. wirklich unglaublich.


naja, ich schicke von kerzenschein illuminierte gruesse.

lukas